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Die beiden Stammbücher 

Zu den Editionen der beiden Stammbücher sind etliche Nachträge zu machen, die sich in der Spalte „Text“ befinden. Sie zeigen zumeist die Quellen der Inskribenten auf.

 

Korrekturen finden sich wie weitere Informationen passim.

Reihenfolge nach dem Inhalt der beiden Stammbücher.

 

Inhalt des folgenden Textes gegliedert in die Absätze:

Name

an

Datum

Ort

Text

 Die einzelnen Einträge sind durch --- getrennt.

 

StB_1_1v

[Kreuz]

 

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StB_1_4r

[Der verwandten Seele]

= LY_137.

 

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StB_1_4v

[Der verwandten Seele]

 

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StB_1_10r

Barbara von Krüdener

1807 ?

1807 ?

1729: Gerhard Tersteegen: Wie die zarten Blumen willig sich entfalten und der Sonne stille halten. – Aus den Werken Gerhard Tersteegens in die Gesangbücher der Brüdergemeine übernommen. – Z. B.: „Geistliches Blumen=Gärtlein Inniger Seelen; Oder kurze Schluß=Reimen, Betrachtungen und Lieder Ueber allerhand Wahrheiten des inwendigen Christenthums; Zur Erweckung, Stärckung und Erquickung in dem Verborgenen Leben mit Christo in Gott ; Vierte und vermehrte Edition, Nebst der Frommen Lotterie.“ Biel: Heilmann 1766; S. 254 ff.: „XI. Erinnerung der herrlichen und lieblichen Gegenwart Gottes.“; hier S. 255, Nr. „6. Du durchdringest alles, laß dein schönstes Lichte / Herr, berühren mein Gesichte; / Wie die zarten Blumen willig sich entfalten, / Und der Sonne stille halten; / […]“.

 

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StB_1_11r

Ernst Friedrich

1811-11-19

Marienwerder

 

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StB_1_19v

Gustav Karl von Mecklenburg

1813-06-07

Karlsruhe (Oppeln ?)

Voss, Johann Heinrich (1751-1826). „Musen Almanach für 1778. herausgegeben von Joh. Heinr. Voß.“ Hamburg: E. Böhn [1777]; S. 201 ff.: „Fragmente von Strädele, Hutmachergesellen in Memmingen.“; [Aufruf zu dessen Unterstützung im Inhaltsverzeichnis.]; S. 203: „Aus einer Ode zum neuen Jahr 1777.“; „Aus einer Ode zum neuen Jahr / 1777 / --- / Der Weise blickt zur Ewigkeit hinüber; / Der Menschheit Adel röthet sein Gesicht. / Der Zukunft Dunkel macht sein Auge niemals / trüber, / Nur die Verlezung seiner Pflicht. / O leichte Pflicht! O Pflicht voll Himmelssegen!“ – Carl Philipp Emanuel Bach: „Neue Lieder=Melodien nebst eine Kantate zum Singen beym Klavier“ Lübeck: Christian Gottfried Donatius 1789, S. 26 (Text und Noten). – Vgl. StB_2_6: Wohl der erste Eintrag im Felde und der letzte in diesem Stammbuch.

 

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StB_1_24r

Karl Ludwig Alexander Graf Dohna

1812-07-20

Königsberg

 

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StB_1_27v

Ernestine „Nelly“ von Dohna-Schlodien

1805-09-11

Schlodien

ASMUS omnia sua SECUM portans, oder Sämmtliche Werke des Wandsbecker Bothen, IV. Theil. Hamburg: Friedrich Perthes (1782), S. (1): „Motet.“

 

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StB_1_28r

Karl Ludwig Alexander zu Dohna-Schlodien

1805-10-11

Schlodien

Asmus, d. i. Matthias Claudius. Text: CLAUDIUS: Werke S. 548-550: „Ein Gülden A B C“; Erstdruck Hamburg: Perthes 1803. CLAUDIUS: Werke S. 158-162

 

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StB_1_29r

Samuel (Ludwig Hermann) Friedländer

1807-02-17

Königsberg ?

Ludwig Theoboul Kosegarten: Die Inselfahrt, oder, Aloysius und Agnes. - Eine ländliche Dichtung in sechs Eklogen. Berlin: Voss 1804, S. 20, Aloysius spricht; dann S. 221, Agnes spricht.

 

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StB_1_32r

Karl von Schenckendorff

1806-09-23

Königsberg

 

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StB_1_34r

Luise Collins

1805-06-18

Königsberg

Mit diesem Eintrag beginnt das zeitlich erste Stammbuch Max von Schenkendorfs. – Friedrich Ludwig Zacharias Werner: „Die Söhne des Thales. - Ein dramatisches Gedicht. [Vignette] Erster Theil: Die Templer auf Cypern. - Berlin, bei Johann Daniel Sander. 1803.“ S. 174: Gespräch zwischen Robert und Molay; Molay spricht: „Robert! – ich sag's dir heut zum ersten mal, / Du bist ein Held – du bist, was zehnmal mehr ist, / Ein echter Mensch! – Dass du’s durch mich geworden, / Das ist mein Stolz und meines Alters Freude. – / Mein starker Robert! – nur des Schwächlings Saiten / Zerreisst der Eisenfinger des Geschicks; / Der Heldenmüth’ge bietet kühn die Harfe, / Die ihm der Schöpfer in den Busen legte, / Dem Schicksal dar – Mag’s in den Saiten wühlen; / Allein den innern herrlichen Accord / Kann’s nicht zerstören, und die Dissonanzen / [S. 175:] / Verschmelzen bald in reine Harmonie, / Weil Gottes Friede durch die Saiten lispelt.“

 

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StB_1_37r

Karl Gottlob August Erfurdt

1812-07-15

Königsberg

Goethe. Leiden des jungen Werthers, 2 Teile. Frankfurt und Leipzig 1796, Buch 2, 2, „Am 9. May.“, S. 118. – Vgl. Schillers „Jungfrau von Orleans“ V, 4: „Der Mensch braucht wenig,/ und an Leben reich ist die Natur“.

 

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StB_1_37v

Ludwig Ernst von Borowski

1812-07-16

Königsberg

 

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StB_1_38r

Karl Gottlieb Bock

1812-07-14

Königsberg

Theodor Gottlieb von Hippel: „Gedanken über die Unzufriedenheit, von H**W.“, 1 Quartbogen und zuvor in: Königsberger Intelligenzblatt 1761, Nr. 48 (Berlinisches Archiv der Zeit und ihres Geschmacks, Bd. 1, Jan.-Juni, Berlin: Friedrich Maurer 1797, S. 289; Neues allg. int.-Bl. für Literatur und Kunst, zur Neuen Leipziger Lit.-Ztg. Nr. 22, v. Sa 1806-05-10, Sp. 350 zu S. 523 bei Meusel, Bd. 5, 1805); dort als Motto

 

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StB_1_40r

Johann Samuel Rosenhayn

1812-01-04

Königsberg

 

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StB_1_41v

Johann Christoph Wedeke

1805-09-07

Hermsdorf

Lessing: Nathan der Weise, 5. Aufzug, 8. (= letzter) Auftritt. – Dies zitiert Schenkendorf später in seinem Brief an Henriette von Reden, 1817-10-23.

 

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StB_1_41v_42r

KEIL: Stamm S. 35: „Da nämlich die Wahl  des Platzes der Einzeichnung […] ganz freigestellt war, so suchte man sich, soweit thunlich, die Seite des Buchs neben bereits eingeschriebenen eigenen Freunden  aus und verband oft die eigene Inschrift mit der des Freundes durch eine oben hingeschriebene, beide Seiten des Buchs verbindende Bemerkung.“ – Vgl. LANGNER Nr. 13 und 14.

 

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StB_1_42r

Charlotte Amalie Christiane Wedeke

1805-09-07

Hermsdorf

 

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StB_1_42v

Marie Elisabeth Wedeke

1812-06-29

Königsberg _

 

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StB_1_43r

Johann Christian Wedeke

1812-07-07

Königsberg

 

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StB_1_44r

Ferdinand v. Schrötter

1812-07-13

Königsberg

Christoph Heinrich Müller (Myller): „Der Nibelungen Liet / ein Rittergedicht / aus dem XIII. oder XIV. Jahrhundert. / Zum ersten Male aus der Handschrift ganz abgedruckt.“, S. 152: „Gedruckt in Berlin bei Christian Sigismund Spener, im Jahr 1782. geendiget im September.“, S. 122, Sp. 2, Vers (58-59); spätere – 1784 – andere Ausgabe: „Samlung Deutscher Gedichte aus dem XII. XIII. und XIV. Jahrhundert. / - / Erster Band. / welcher enthaltet: / Der Nibelungen Liet. / [… 7 Titel] / - / Geendiget im Anfang des Februars 1784.“, Vorrede unterz. v. Christoph Heinrich Myller (sic), später Müller, hier zusammengebunden als 2. Ausgabe; sonst wohl identisch.

 

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StB_1_45r

Karl Köpke Karl Köpke

1812-01-02

Königsberg

 

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StB_1_52r

Wilhelm von der Gröben

1809-06-27

Königsberg

Ernst Wagner (Hrsg.): Briefe aus der Fremde in die Heimath. Bd. 1. Mit dem Bildnisse des Herausgebers und einer wichtigen Schlußbeylage zum zehnten Briefe. Hildburghausen: Johann Gottfried Hanisch 1808; S. 109 ff.: „Beylage zum fünften Briefe.“, hier S. 112, Nr. 110.

 

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StB_1_53r

Henriette Hendel-Schütz

1812 / 1813

HENDEL: Stammbuch S. 27-35:Zacharias Werner, Mannheim, schreibt  „Die neue Pythia

 

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StB_1_55r

William Motherby

1812-07-16

Königsberg

 

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StB_1_57v

Johann Heinrich Jung-Stilling

1813-01-01

Karlsruhe

„Taschenbuch / für / Freunde des Christenthums. / - [SL 29 mm] / Auf das Jahr nach Christi Geburt / 1809. / - [SL 40 mm] / Von / Dr. Johann Heinrich Jung / genannt Stilling / Grosherzoglich Badischer Geheimer / Hofrath. / - [SL 59 mm] / Nürnberg, / im Verlag der Raw’schen Buchhandlung.“, S. 19, Nr. 16.

 

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StB_1_58r

Johanne Ottilie Ida von Auerswald

1809-06-27

Königsberg

Zit.: August Wilhelm Schlegel: Gedichte. Tübingen: Cotta 1800, S. 189: Die Flucht der Stunden. – Ernst Wagner (Hrsg.): Briefe aus der Fremde in die Heimath. Bd. 1. Mit dem Bildnisse des Herausgebers und einer wichtigen Schlußbeylage zum zehnten Briefe. Hildburghausen: Johann Gottfried Hanisch 1808; S. 149, Nr. 185.

 

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StB_1_59r

Albertine Sophie Charlotte Gräfin Dohna-Lauck

1809-06-27

Königsberg

 

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StB_1_60r

Friederike Sophie Adelheid (Adèle) Dohna

1812-06-16

Königsberg ?

 

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StB_1_61r

Hans von Auerswald

1812-06-29

Königsberg

 

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StB_1_70r

Johanna Motherbys

1812-07-17

Königsberg

 

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StB_1_72r

Juliette von Krüdener

1807-05-30

Königsberg

Heb. 13, 21. – Carl Rudolph Reichel (1718-1794): „Geistliche Gesänge und Lieder, von Carl Rudolph Reichel, Prediger des Evangelii.“ Ebersdorf im Vogtland: Christian Gottfried Vollrath, Neudietendorf: Heinrich Gottlieb Petsch 1798, S. 40-43: „16. David und Jonathan. Auf den Jahrestag des Past. Löwe.“, hier S. 43. – Johann Kaspar Löwe (1706-1767).

 

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StB_1_72v

Henriette Elisabeth Barklay

1811-11-18

Marienwerder

 

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StB_1_73r

Henriette Elisabeth Rördanß

 

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StB_1_73v

Karoline Gräfin zu Dohna-Schlodien

1805-09-12

Karl Gustav Brinckmann, seit 1808 Karl Gustav von Brinckmann, seit 1835 Karl Gustav Freiherr von Brinckmann, auch Selmar als Synonym (geb. Nacka 25.02.1764, gest. Stockholm 24.12.1847): Gedichte von Selmar. Bd. 1, Leipzig: Gräff 1789, S. 199.

 

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StB_1_74r

Henriette Gottschalk

1806-10-11

Königsberg ?

 

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StB_1_74v

Eleonore Phillips

1806-10-22

Königsberg ?

HAGEN S. 82: „Auf Hippel’s Ausspruch: ‘das Kreuz ist des Sternes Fundament’, ist wiederholt in den Stammbüchern Bezug genommen.“ Siehe Faksimile 42v. - Vgl. HAGEN S. 216, 88, 83, 242f. CZYGAN III S. 340.

 

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StB_1_75r

Karl v. d. Gröben

1812-06-10

Königsberg ?

 

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StB_1_81r

Maria Henriette Elisabeth Kunheim

1812-02

Königsberg ?

Christoph August Tiedge: „Urania -über Gott, Unsterblichkeit und Freiheit, ein lyrisch=didactisches Gedicht in sechs Gesängen“, Halle: Renger 1804; IV, Unsterblichkeit, hier S. 118. – „Urania von C. A. Tiedge.”, 4 verb. Aufl. Reutlingen: J. J. Mäcken 1810, S. 85, Z. 270 ff.

 

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StB_1_82r

Ernst v. Kanitz

1812-06-10

Königsberg

Rö 13, 10: Die Liebe ist des Gesetzes Erfüllung. – Vgl. StB_2_33: LANGNER Nr. 33: 1816-03-23; August Friedrich de La Chevallerie.

 

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StB_1_83r

Raphael Ignatius Friedrich Bock

1806-04-04

Divi Aurelii Augustini Hipponensis episcopi Meditationes, Soliloquia et Manuale. Accesserunt Meditationes B. Anselmi, Meditationes D. Bernardi, & Idiotae viri docti, Contemplationes de Amore Divino. Editio nova, ad manuscripta exemplara accuratissime emendata. Lugduni, Apud Fratres Perisse, Collegiorum Lugdunensium Bibliopolas, in vico majori Mercatorio M.DCC.LXXVII [1777], S. 77, Nr. 8. - Ausgabe 1649, S. 75; 1755, S. 66.

 

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StB_1_84r

Greis, Jean Frédéric/Johann Friedrich

1809-10-15

Königsberg

Vgl. URL !

 

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StB_1_85r

Karl Friedrich Wilhelm Fleischer

1806-02-02

Waldau / Königsberg

 

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StB_1_85v

Franz Xaver Carnier

1810-12-02

 

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StB_1_86r

Carl Schulz

1808-08-11

Königsberg

 

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StB_1_A

St. Rosalie

 

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StB_1_C

Aufruf

 

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StB_1_Einband

Einband

 

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StB_1_F

Henriette Gottschalk

 

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StB_2_1

Philipp

1813 ?

Siehe StB_2_47.

 

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RAICH: Schlegel Bd. 2, S. 238: „Vor der Schlachte bei Leipzig“, „Die Sonne steigt im Morgen“), aus Veits „Brieftasche“. – Langner nennt Pirch, von anderer Hand „? Kanitz“. - Der je letzte Vers der drei Strophen ergibt ein Motto „Im Streite das Leben zu leiten.“ – Publiziert in RAICH: Schlegel Bd. 2, S. 238-239 als lfd. Nr. 2 und 3, aus Veits Schrifttasche stammend, sie sind vom Finder dieser Tasche abgeschrieben worden nach der Schlacht von Leipzig, so RAICH a. a. O. S. 237, Anm. 1.

 

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StB_2_2

Johann Carl Friedrich Gildemeister

1814-02-03

Langes

Ausländer haben dieses schöne Frankreich beschmutzt; souiller = beschmutzen; mouiller = befeuchten. – Siehe dazu die Quelle unter dem 1814-01-12 und 1814-02-22. – Journal de l’Empire v. Di 1814-02-22, S. 1, Sp. 1; Journal de Paris Nr. 54 v. Mi 1814, S. 2, Sp. 1.

 

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StB_2_3

NN

1816 ?

Schiller: Wilhelm Tell, II, 1.

 

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StB_2_4

Coeleste Niederstetter

1815-06-27

Baden-Baden

Johann Jakob Mayer: Der Sittenlehrer. - Eine Rede des Isokrates an den Demonikus. – Aus dem Griechischen frey übersetzt. Memmingen: Andreas Seyer 1790; S. 16: „Deiner abwesenden Freunde erwähne auch im Beyseyn deiner gegenwärtigen; denn so wirst du zeigen, daß du sie auch in der Abwesenheit nicht geringe schätzest.“ – Hannoverisches Magazin. Nr. 105 v. Mo 1787-12-31, Sp. 1667 f.: „Einige Auszüge aus der Ermahnungs=Rede des Isocrates an den Demonicus.“, Sp. 1668: „Gedenke der abwesenden Freunde gegen die gegenwärtigen, damit du den Vorwurf vermeidest, dich um jene nicht zu bekümmern.“

 

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StB_2_5

Ida von der Gröben

1813-06-26

 

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StB_2_6

Karl von Schenkendorf

1813-05 ?

Hochkirch ?

Vgl. 1806. – Evtl. der erste Eintrag in diesem Stammbuch. – Vgl. StB_1_19v.

 

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StB_2_7 (1)

Carl von der Gröbens

1813-08-11

Gnadenfrei ?

Ps 118, 15.  – Vgl. Weber, Karl Julius (1767-1832): Deutschland, oder Briefe eines in Deutschland reisenden Deutschen. Bd. 3, Stuttgart: Gebr. Franckh 1828, im 22. Brief, S. 476: „Wenn man vom Gasthause die Linden=Allee heraufspaziert überraschen die Worte an einem Thor ‚Hier ruht der Geist nicht.‘ Innwendig aber steht ‚hier ruhen die Gebeine‘ und nun ist man erst au fait! Hier ruhen die Gebeine - es ist der Friedhof - und in Gnadenfrey ruhet der Geist. Wer glaubt, ersparet sich das Denken, denken ist stets gefährlicher und schwieriger gewesen als der Glaube, und daher auch seltner, aber wo geriethen die Glaubigen am Ende hin ohne Denker?“, vgl. dazu ebd. S. 134. – Bd. 1-4 1826-1828.  WEBER: Reisenden

 

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StB_2_7

Carl von der Gröbens

1813-06-24

Gnadenfrei

Der erstdatierte Eintrag in diesem Stammbuch.

 

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StB_2_8

Ernst von Kanitz

1813-08-06

Seiffertsdorf

Arndt: „Kurzer Katechismus für teutsche Soldaten, nebst zwei Anhängen von Liedern. - 1813.“; im 2. Anhang, S. 91-93: Vaterlandslied; hier nur die erste Strophe zitiert. – Choral von Philipp Nicolai aus dem Jahre 1597. – Vgl. Max von Schenkendorfs „Morgen- und Abendandacht“ (Morgenstern und Abendstern) in den „Christlichen Gedichten“.

 

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StB_2_9

Alexander von Münchow

1813-08-07

Seiffertsdorf

 

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StB_2_10

Karl Wilhelm von Münchow

1813-08-07

Seiffertsdorf

Vgl. 1813-10-01 das Widmungsgedicht Max von Schenkendorfs.

 

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StB_2_11

Alfred von Auerswalds

1813-06-26

Briese

 

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StB_2_12

Aloys Schreibers

1815-07-03

freimaurerische Datumsangabe. – Zuerst in „Cornelia. Taschenbuch für Deutsche Frauen“, Heidelberg: Engelmann, Jg. 1, 1816, S. 83-84, hier S. 84; dann in „Poetische Werke von Aloys Schreiber. – Erster Band. – Mit 1 Kupfer. – Tübingen, bei Heinrich Laupp. 1817.“, S. 135; die letzten 3 Zeilen von „Deutsches Bundeslied.“, S. 134-135. – Davon eine Ausgabe Wien: B. Ph. Bauer 1817, S. 122-124, hier S. 124.

 

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StB_2_13

Ladomus

1816-04-15

Das letzte - fehlende -Wort der ersten Zeile von Ladomus findet sich auf dem Text von J. Smidt, 1814-02-06. „Sic pagina jungit amicos“. – J[ohann/akob]. F[riedrich]. Ladomus: Geometrische Constructionslehre für Lehrer und Lernende. Ein Versuch geometrischer Geistesgymnastik. Teil 3. Karlsruhe. Christian Theodor Groos 1832; (Tulla’s Annährungsconstructionen); S. (IV): Motto: „Des Freundes Hülle schwand, des Mundes Töne / Sein Geist jedoch wirkt ewig, ja er lebt / Auch uns, er ist’s, der lehrend uns umschwebt / Unsterblich sey das Wahre, Gute, Schöne.“ – 1. Aufl.: Freiburg und Konstanz: Herder 1812; ohne das Motto. – Vgl. StB_1_41v_42r KEIL: Stamm S. 35.

 

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StB_2_14

Johann Smidt

1814-02-06

Chaumont

Das erste Wort ist das letzte, des Satzes „Sic pagina jungit amicos“ von Ladomus Hand, der sich am 15. April dort eintrug. – Zit.: Homer: Ilias 6, 448. – Johann Heinrich Voss: Homers Ilias. I-XII Gesang. 2. verb. Aufl. Königsberg: Nicolovius MDCCCII [1802], S. 163: „Einst wird kommen der tag, da die heilige Ilios hinsinkt, Priamos selbst, und das volk des lanzenkundigen königs.“; dto. Bd. 1, Wien: Haase 1814, S. 127 f.

 

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StB_2_15

Friedrich Lange

1813-08-10

Gnadenfrei

Fouqué im „Zauberring“: „Steigt zuversichtlich himmelwärts; /  Panier, Panier, wir sehn dich wallen, …“ – Vgl. SCHMIDT: Fouqué S. 238 zum Zitat.

 

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StB_2_16

Amalie Monts

1816-09-25

Karlsruhe

Adam Kern: Predigten auf alle Sonn- und Festtage des Jahres, jg. 1, Tl. 4, Augsburg: Matthäus Rieger 1784, S. 337 ff.: 20. Predigt, „Auf den Sonntag nach der Geburt des Herrn.“; hier S. 343: „Ja, höret es, ihr Sterbliche; wenn ihr die Wege der wahren Glückseligkeit wollet kennen lernen! Einen Gott erkennen ist der Freude Anfang ; einen Gott anbethen ist der Freude Wachsthum ; und einen Gott wahrhaft fürchten und lieben ist der Freude völlige Reife und Vollkommenheit.“

 

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StB_2_17

Elwira Laura Hufeland, geb. 1799 und nicht Eduard Elwira Laura Hufeland, geb. 1799 und nicht Eduard

1813-07-14

Gnadenfrei

Statt 1810 lies 1813. – Ludwig Braunfels: Das Nibelungen-Lied. Frankfurt a. M.: Literar. Anstalt 1846, S. 50, Vers 303. – Fouquè: Eginhard und Emma. -Ein Schauspiel in drei Aufzügen. Nürnberg. Johann Leonhard Schrag 1811, S. 76: „Busching. / Er nieg ihr minniglichen, Genaden er ihr bot; / Sie zwang da zueinander der sehnenden Minne Noth. / Mit lieben Augen: Blicken einander sahen an / Der Herre. und auch die Fraue ; das ward. viel / […] / Von herzelieber Minne, – das ist mir nicht bekannt; / Doch mag ich nicht gelauben, daß es wurde gela'n; / Zwei minnegehrende Herzen hätten anders missethan. / Eginhard. (leise Emmas Hand küssend) / Zwei minnegehrende Herzen hatten anders missethan. / Busching. / Bei der Summerzeite und zu des Maien Tagen, […]“.

 

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StB_2_18

Ferdinand von Schrötters

1813-06-24

Gnadenfrei

 

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StB_2_19

Friedrich Ludwig Zacharias Werner

1814-01-02

Frankfurt

Zit.: Friedrich Ludwig Zacharias Werner: „Kriegslied für die zum heiligen Kriege verbündeten deutschen Heere. – Von Friedr. Ludw. Zachar. Werner. - Frankfurt am Main, bei Johann Friedrich Wenner 1813.“ S. (7 = letzte Seite.)

 

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StB_2_20

Eberhard Gottlieb Graffs

1816-04-26

Reichenbach

Johann Jakob Wilhelm Heinse (, eigentlich Heintze, 1746-1803): Ardinghello und die glückseeligen Inseln, Bd. 1, Lemgo: Meyer 1787,S. 121. – Hier nach „Ardinghello und die glückseeligen Inseln. - Eine Italiänische Geschichte aus dem sechzehnten Jahrhundert. [Kupfer] Erster Band. – Frankfurt und Leipzig 1792.“, S. 103-104: „‘An Planen von Entführung und ewiger Verbindung wurde von uns im Anfange stark gearbeitet; aber weil wir keine Luftgestalten waren und Sinn hatten, und sie auf keine Weise von ihrer Familie lassen wollte, die sie allzuzärtlich liebte, und besonders ihre Mutter todt zu kränken befürchtete: legten sie sich bey näherer Bekanntschaft nach und nach. Wir sahen die mißlichen Folgen bey den großen Hindernißen zu deutlich; und erkannten inzwischen innig, daß die Natur unter allem bürgerlichen Verhältniß bey Menschen von reiner Empfindung und klarem Begriff immer durchgeht, trotz allen Gesetzen. Sie richten sich zwar im Aeußerlichen nach der Ordnung des großen Haufens: betreiben aber im Geheim ih= G 4 re [S. 104: ihre] re eigne Art von Glückseligkeit, ohne welche kein Leben Werth hat. So verstrichen denn die himmlischen Tage, und wir lieben die Götter walten. […]‘“

 

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StB_2_21

  1. v. Helvig

181-11

Weimar (?)

Schiller, Wallenstein, Piccolomini, I, 4, Max spricht.

 

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StB_2_22

Charlotte Schiller

1813-11-09

Weimar

Schiller, Friedrich von: Musen-Almanach für das Jahr 1796. Neustrelitz: Michaelis [1795], S. 179: „Columbus.“, hier die letzten Verse.

 

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StB_2_23

Amalie v. Kospoth

1813-06-27

Karlsruhe / Oppeln

Goethe: Egmont. Ein Trauerspiel in fünf Aufzügen. Leipzig: Göschen 1788, 5. Akt, Egmont zu Ferdinand, S. 170.

 

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StB_2_24

Caroline von Kospoth

1813-06-27

Karlsruhe / Oppeln

Das v. Salissche Zitat ist Motto des Morgenblatts für gebildete Stände Nr. 157 v. Fr. 1808-07-01, S. (625). – Gedichte von I. G. Salis. Neue Auflage. Zürich: Orell, Füßli u. Comp. 1808, S. 44.

 

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StB_2_25

Eugenie von Kospoth

1813-06-27

Karlsruhe / Oppeln

Gedichte von Friedrich von Matthisson. - Zweyter Theil. - Vollständige Ausgabe. Tübingen: Cotta 1811, S. 244-246: Heldenskolie, hier S. 245

 

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StB_2_26

August von Kospoths

1813-06-26

Briese

Gedichte von August Wilhelm von Schlegel. Tübingen: Cotta 1800, S. 209, „Unkunde“

 

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StB_2_27

Julie von Kospoths

1813-06-26

Briese

Das Herdersche Zitat ist Motto des Morgenblatts für gebildete Stände Nr. 34 v. Do 1809-02-09, S. (133). – J. G. Herder’s vermischte Schriften, Bd. 4, Wien: Anton Pichler 1801, S. 279: „Religion.“; dto.: Johann Gottfried von Herders sämmtliche Werke. - Zur schönen Literatur und Kunst. Teil 9. Tübingen: Cotta 1807, S. 181 =  Blumenlese aus morgenländischen Dichtern, hrsgg. v. Johann von Müller. – Auch von Sailer  u. ö. hrsgg.

 

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StB_2_28

Johann Christoph Lindner

1813-07-04

Zitiert wird ein Gesangbuchtext der Brüdergemeinde. Verfasser: Georg Heinrich Loskiel, 7.11.1740-23.2.1814.  Siehe: Christian Adam Dann: Anleitung zu christlichem Nachdenken für junge Leute über Confirmation, Communion und frühe Gottseligkeit. […] Tübingen: Fues 1801, S. 42. – Heute gilt i. Allg. Karl Johann Philipp Spitta (1801-1859) als Verfasser des Textes.

 

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StB_2_29

Johann Christoph Lindner

1813-07-04

Ober Bruchau

Vgl. Lk 24, 61

 

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StB_2_30

Amalie von Forcade

1813-06-27

Karlsruhe / Oppeln

August Heinrich Julius Lafontaine: Die Familie Saint Julien. Berlin 1798, S. 333. – 3. verb. Aufl. Berlin: Voß 1803, S. 478. – Hier nach: Saint Julien Von [sic] August Lafontaine. Berlin 1800, S. 383: „Da schimmert mir gegenüber der heitre Himmel. Wohl schon hundert Mal habe ich meinen Blick von dem Papiere zu den Sternen aufgeschlagen, und gerufen: ewig, unbeschreiblich groß ist die Liebe, die den Menschen umfängt! Liebe ist die Grundfeste der menschlichen Glückseligkeit! Hier stehe ich, ein Greis, arm, verbannt, meiner Ehre beraubt; ohne Vaterland, ohne Eigenthum; und bin durch die Liebe meiner Kinder dennoch so unaussprechlich glücklich. Wer liebt und geliebt wird — was darf der fürchten! Einst fallen die Sterne, einst vergeht der Himmel: aber die Liebe, die [S. 384:] Liebe des Ewigen, die Liebe der guten Menschen bleibt.“ (= Saint Julien, Bd. 15.)

 

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StB_2_31

NN (Kanitz ?)

1813-09

Dobra Krupa

Federzeichnung der Ruine Dobra Krupa, etwa 10 km NO von Töplitz/Teplitz, dort ein Kloster Doubravka, 3 km SÖ von ebd. als Ruine. Schloß des Fürsten Clary (1751) in Teplitz/Teplia, 393 m hoher Klingsteinfelsen mit Burgruinen.

 

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StB_2_32

  1. v. Haxthausen

Bonn

Vgl. 1 Kor 13; Apg 17. – Vgl. 1 Kor 13, 8 ff.

 

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StB_2_33

August de la Chevallerie

1816-03-23

Koblenz

Rö 13, 10. – Vgl. 1812-06-10: Ernst v. Kanitz.

 

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StB_2_34

Pauline von Schwarzenberg / Folko (?)

1813-09-26

Schloss Apostelberg

 

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StB_2_35

Elisabet Maria Munck ,

An Maria zum Marientag, 1808, VI; Gedichte von Ernst Moritz Arndt. Greifswald: J. H. Eckhardt 1811, S. 245-247, hier S. 246.

 

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StB_2_36

Otto Magnus von Munck

1816-09-19

Karlsruhe

Etwa: Auf Ehre und Treue gründet sich unsere Freundschaft, / ein redlicher Handschlag macht diese unauflöslich. / Dein Dir dankbar ergebener / Freund“

 

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StB_2_37

Otto Heinrich von Loeben

1814-06-30

Heidelberg

  1. T. L. B. Konnte bisher nicht aufgelöst werden; evtl.: Tunc Tempore Lectori Benevolo - Zu jetziger Zeit dem geneigten Leser

 

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StB_2_38

Ewald

1815-06

Baden-Baden

Erstmals in: Taschenbüchlein für Weise, Basel, im Juli 1789, S. 59., dann in Handbibliothek für Freunde 1790. – Vgl. Sibylle Schönborn: Das Buch der Seele. Tagebuchliteratur zwischen Aufklärung und Kunstperiode; Tübingen: Niemeyer 1999, 2. Aufl. Walter de Gruyter, 2013, ISBN 3110945800, 9783110945805; = Studien und Texte zur Sozialgeschichte der Literatur Bd. 68, S. 88, 138 und S. 127 ff. zu Lavaters Tagebüchern 1786 bis 1789 „Noli me nolle“, hier H. 9, S. 47. – Aloe: Symbol der Keuschheit, des Leidens und der Buße, der Fruchtbarkeit bzw. Unfruchtbarkeit, der späten Erfüllung von Hoffnungen, der Geduld und der großen Werke sowie der Liebe; Symbol für die Jungfrau Maria. – vgl. u. a. Spr 7,17. – Die Aloen (Aloe) sind eine Pflanzengattung aus der Unterfamilie der Affodillgewächse (Asphodeloideae). Zur Gattung gehören über 500 Arten.

 

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StB_2_39

Sophie von Schardt

1813-11-08

Weimar

Novalis; August Wilhelm und Friedrich Schlegel: Athenaeum. - Eine Zeitschrift. Bd. 3, H. 2. Berlin: Heinrich Frölich 1800, S. 188-204: „III. Hymnen an die Nacht.“, darin S. 203: „Die Vorzeit, wo noch bluthenreich  / Uralte Stämme prangten,  / Und Kinder, für das Himmelreich  / Nach Quaal und Tod verlangten.  / Und wenn auch Lust und Leben sprach  / Doch manches Herz für Liebe brach.“

 

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StB_2_40

Schöns

1813-06-24

Reichenbach

 

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StB_2_41

August Friedmann Rühle von Liliensterns

1815-11-19

Aachen

Vgl. Johannes Daniel Falk (1768-1826). J. D. Falk (Hrsg.): Taschenbuch für Freunde des Scherzes und der Satire. 1. Jg. Mit 1 Kupfer. Weimar: Industrie-Comptoir 1802, S. 173 ff.: „Die Wiederkunft der Griechen und Römer.“; S. 184-185: „Cornelia.  / Die Gänse zählen auf dem Capitol !  / Brutus. / Und in System' die Sandeskörner fassen! / Genius. / O gönnet mir an eine schön're Zeit / Den Glauben doch, wär' sie auch noch so weit! / Wie Blüthen niederhangen aus Ruinen, / Ist sie mir oft im stillen Traum erschienen. / Viel kann ein einzelner, ein seltner Mann: / [S. 185:] / Mild zünden sich an Geistern Geister an, / Die niederleuchten durch den Strom der  /

 Zeiten,  / Wo dústern Schiffbruch's grause Trümmer  /

gleiten:  / Ein Leuchtturm für viel Tausend steht  /

er da,  / Und sammelt das Zerstreute, fern und nah:  / So gönnt auch mir, durch Schaffen und  /

Vernichten,  / Die arme Menschheit freundlich aufzurich=  /

ten! / Vergånglich ist, was brausend nur zerstört:  / Still dauernd wirft, was lang' und ewig  /

währt. / Brutus.  / Dich ehr ich, Genius, […]“.  – Johann Diederich Gries (1775-1842): „Rückkehr nach Schwarzburg.“ [1799], in: Musenalmanach für das Jahr 1800, hrsg. v. Schiller. Tübingen: Cotta [1799], S. 233-236; Schmidl (Johann) Michael (1779-1832): „Lebenskunst herausgegeben von Mich. Schmidl. Bd. 2. Wien: Franz Grund 1806, S. 159-160: „Rückkehr nach Schwarzburg.“ [1799]; S. 160: „Die Zukunft sieht mein Aug' in Heiterkeit; / Hinab denn in die Fluten ohne Zagen !  / Noch fühl‘ ich Kraft, wie es ein Gott gebeut,  / Des Lebens Schmerz, des Lebens Lust zu tragen.  / Ach ! wie so manche Lust, so mancher Schmerz  / Ist wunderbar durch diese Brust gezogen!  / Unendlich wechselnd schlägt ein Menschenherz,  / Uns heben, stürzen bald des Schicksals Wogen.  / Nur du, bleibsz wie du bist, Natur! / Siehst wandellos der Menschen wandelnd Treiben  / Und Dauer giebt uns auch dieß eine nur !  / In all dem Wechsel dir getreu zu bleiben. / Gries.“

 

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StB_2_42

Johann Albrecht Friedrich Eichhorn

1814-04-22

Freiburg

 

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StB_2_43

Matthias [Mathäus] Simon

1816-11-13

Bonn

Marcus Tullius Cicero: Vom pflichtgemäßen Handeln 1, X 33; das Recht kann zum Unrecht werden, wenn es übergenau angewandt wird; z. B. bei Anwendung eines Gesetzes nur nach dem formalen Wortlaut, ohne seinen Sinn und Zweck zu beachten. – Johann Friedrich Degen (Bearb.): M. T. Ciceronis De officiis Libri très. Mit einem deutschen Commentar blos für Schulen. Berlin. Im Verlage der Kön. Preuss. Akademischen Kunst- und Buchhandlung 1800, S. 36.

 

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StB_2_44

1816-09-25

Karlsruhe

Georg Längin: Ein Stammbuch Johann Peter Hebel‘s. – In: Anton Birlinger (Hrsg.): Alemannia. Zeitschrift für Sprache, Litteratur und Volkskunde des Elsasses und Oberrheins. Bd. 5, Bonn, 1877, S. 33-51, hier S. 41. – Am ähnlichsten ist: J. G. Herder’s vermischte Schriften. Bd. 6, Wien: Anton Eichler 1801, S. 171 ff.: „V. Ueber Wissen, Ahnen, Wünschen, Hoffen und Glauben.“, darin S. 177: „Sie laden die Zukunft ein, sie zwingen sie sanft herbei, sie wallen ihr fröhlich entgegen.“; zuvor in: Zerstreute Blätter von J. G. Herder. 5. Sammlung. Gotha: Carl Wilhelm Ettinger 1793, S. 384. =Sämmtliche Werke Bd. 16.

 

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StB_2_45

Charlotte Schleiermacher bzw. Luise Scholz

1813-08-10

Gnadenfrei

Rö 8, 16. – LANGNER vermutete richtig! Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf: „Gesangbuch, zum Gebrauch der evangelischen Brüdergemeinen. [Vigette] - Barby, gedruckt durch Lorenz Friedrich Spellenberg, 1783.“; S. 574-575, Nr. 1189 mit Melodie 121: „Den Frieden Gott’s zuvor,“ 11 Strophen, hier die 11. – Albert Knapp: Geistliche Gedichte des Grafen von Zinzendorf gesammelt und gesichtet. Mit einer Lebensskizze und des Verfassers Bildniß. Stuttgart und Tübingen: Cotta 1845; S. 274, „Zum Friedenskuß vor dem heil. Abendmahl. (7. Juli 1741, in Herrnhaag.) Lond. G. B. I. Nr. 2163. A. G. B. Nr. 1656. N. G. B. Nr. 1189.“, (Den Friedefürst zuvor,).

 

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StB_2_46

Seidlitz

1813-08-13

Gbadenfrei

1 Kor 13, 13.

 

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StB_2_47

Philipp Veit

1814-06

Siehe StB_2_1.

 

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RAICH: Schlegel Bd. 2, 1881, S. 238

 

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StB_2_48

Friedrich Heinrich Christian Schwarz

1815-07-05

Heidelberg

 

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StB_2_49

NN

1816 ?

Die Söhne des Thales. Teil 1, Die Templer auf Cypern, Berlin: Johann Daniel Sander 1803, S. 116: Der Komptur sagt: „D‘rum ward er Templer, und kein Knecht der Fürsten, Auf seines Oheims väterlichen Rath. „Weh unsern Fürsten!" schrieb dabei ihm Bernhard; „In Gottes Land vollführen sie nichts Gutes, In ihrem üben Bosheit sie und Raub. Sie sind nur mächtig, Böses zu beginnen; ‚Was Gut's zu schaffen, das verstehn sie nicht *).”; die Anm. lautet: „*) Für den Kenner der Ordensgeschichte bedarf es keiner Bemerkung, dass alle diese Züge, so wie auch größ= [S. 117:] ten Theils das oben beschrieben Ritual der Meisterwahl, nicht etwa erdichtet, sondern mit historischer Treue referirt sind.“ – Andreas de Montbarry: sein Vater Bernhard von Montbarry ehel. Humberge, die mit St. Bernhard verwandt war.

 

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StB_2_50

Sulpice Boisserées

1814-06-14

Heidelberg

Otto d. Gr. (912-973). – Sicherlich nach: Johann Michael Sailer: Die Weisheit auf der Gasse, oder Sinn und Geist deutscher Sprichwörter. Ein Lehrbuch für uns Deutsche, mit unter auch eine Ruhebank für Gelehrte, die von ihren Forschungen ausruhen möchten. Augsburg: Martin Veith und Michael Rieger 1810, S. 316. – Johann Michael Sailers sämtliche Werke hrsg. v. Joseph Widmer. Vermischte Schriften. 2. revid. Ausgabe. 40. Teil. Sulzbach: Seidel 1841, S. 198 zu Drohworten.

 

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StB_2_51

Louise Wilhelmine von

1814-06-18

Heidelberg

Goethe: Torquato Tasso, 1807. 2. Akt, 1. Szene, Prinzessin zu Tasso.

 

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StB_2_52

Friedrich Ludwig Jahn

1814-07-04

Frankfurt

Das Zitat stammt aus Jahns Deutschen Wehrliedern: Friedrich Ludwig Jahn: Deutsches Volksthum. Lübeck: Niemann 1810, S. 199; dto.: 2. Ausgabe, Leipzig: Wilhelm Rein 1813, S. 199. – Als Motto S. 8 in „Über Wehrlieder.“ (Berlin, Ostern 1813) = Deutsche Wehrlieder für das königlich-preußische Frei-Corps, und S. (4) in „Sammlung Deutscher Wehrlieder. – Nebst Anhang. – Neue verbesserte und vermehrte Ausgabe. – 1814.“ – EULER: Jahn S. 316 hat die ersten drei Verse danach gedruckt. – Heinrich der Löwe (um 1129/30 oder 1133/35, gest. Braunschweig 6.08.1195) aus dem Geschlecht der Welfen

 

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StB_2_53

Melchior Boisserées

1814-07-21

Heidelberg

Johann Michael Sailer: Die Weisheit auf der Gasse, oder Sinn und Geist deutscher Sprichwörter. Ein Lehrbuch für uns Deutsche, mit unter auch eine Ruhebank für Gelehrte, die von ihren Forschungen ausruhen möchten. Augsburg: Martin Veith und Michael Rieger 1810, S. 41 ff. „Zweytes Hauptstück. von deutschen Sprichwörtern, ihrem Gepräge nach betrachtet.“, darin S. 94: „Kein Scherz: Ehre, Glaube und Auge leiden keinen Scherz.“

 

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StB_2_54

Johann Baptist Bertram

1814-07

Heidelberg

In Anlehnung an Herkules. Wenn die Löwenhaut nicht gilt, so muß der Fuchsbalg gelten, d. h. was man mit Gewalt nicht erlangen kann, sucht man durch List zu erlangen; Krünitz Bd. 15, Berlin: Pauli 1778, S. 412. – Kaiser Maximilians I. (1459-1519); bereits ein Rat Machiavellis an Kaiser Septimus. – Vgl. Heinrich Anshelms von Ziegler und Kliphausen, [ ...] Täglicher Schau=Platz der Zeit […] Leipzig: Gleditsch 1695, S. 756, Sp. 1.

 

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StB_2_55

Henriette von Reden

1815-02-03

Karlsruhe

 

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StB_2_56

Henriette v. Redens jun.

1815-07-03

Karlsruhe

Zit.: 2 Kor 9, 6; Ps 143, 10.

 

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StB_2_57

Josephine von

1814-09-22

Baden-Baden

 

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StB_2_58

Marie Sophie von Clausewitz

Koblenz

Zit.: Goethe: „Musen und Grazien in der Mark.“, In: Musenalmanach für das Jahr 1797, hrsg. v. Schiller, 3. Aufl., Tübingen: Cotta [1796], S. 68-71, hier S. 69, Strophe 4: „Sagt mir nichts von gutem Boden,  / Nichts vom Magdeburger Land !  / Unsre Saamen , unsre Todten,  / Ruhen in dem leichten Sand.  / Selbst die Wissenschaft verliehret / Nichts an ihrem raschen Lauf,  / Denn bey uns, was vegetiret,  / Alles keimt getrocknet auf.“ – Goethe’s neue Schriften, Bd. 9, Neue Auflage, Mannheim 1801, S. 20-22, hier S. 21. – Goethe’s Werke Bd. 1. Stuttgart u. Tübingen: Cotta 1815, S. 148-150, hier S. 149.

 

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StB_2_59

Eberhard von Groote

1814-11-22

Köln

Vgl.: „Der Schweizer auf dem Rigiberg.“ Tl. 3, St. Gallen: Huber 1806. = Darstellung eines Theils der Schweizergeschichte von G. Grob. 2. und letzter Teil; = Bd. 3; S. 281 ff.: „VII. Vorlesung. 1307.“; darin S. 331: „Nachdem sie die heilige Weihe des Bundes zu dem hohen Berufe empfangen hatten, zwischen Tod und Freyheit für das Vaterland wider die Tyranney zu kämpfen, so schieden sie nach manchem biederen Handschlag von einander, und kehrten, die einen auf ihrem Kahne über den See, die anderen zu Lande auf rauhem Pfade in ihre Heimath zurük.“ – Gregor Grob (1754-1824), Der Schweizer auf dem Rigiberg, Bd. 1-3, 1794-1806. – Oder in Anlehnung an Zacharias Werners „Martin Luther, oder die Weihe der Kraft. - Eine Tragödie, vom Verfasser der Söhne des Thales“. Reutlingen: J. Mäcken 1807. – Cäcilia von Rom wird in mehreren christlichen Konfessionen als Heilige, Jungfrau und Märtyrin verehrt. Ihr Gedenktag ist der 22. November; Schutzpatronin der Kirchenmusik, daher zählt unter anderem die Orgel zu ihren Attributen.

 

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StB_2_60

Hans Wilhelm Schultze

1814-11-23

Köln

Nach: Ludwig Tieck / Fr[iedrich]. Schlegel (Hrsg.): Novalis Schriften. 2. Aufl. 2. Teil. Berlin: Realschulbuchhandlung 1805, S. 58 f.: „III. An – “[Schleiermacher]. – Georg Philipp Friedrich Leopold Freiherr von Hardenberg.

 

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StB_2_61

Leopold von Gerlach

1815-01-16

Aachen

 

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StB_2_62

Emma von Jasmunds

1816-04-10

Koblenz

Achim von Arnim und Clemens Brentano: Des Knaben Wunderhorn. Heidelberg: Mohr und Zimmer; Frankfurt: J. C. B. Mohr 1806, S. 77 u. d. T. „Wassersnoth.“; Stuttgart u.a. 1979, S. 72-73.

 

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StB_2_63

Philipp Wilhelm Eichenberg

1814-11-04

Frankfurt

Autor ist Ernst Moritz Arndt Einige Lieder für freie Deutsche und in: Fünf Lieder für deutsche Soldaten, je 1813; dann in: [Philipp Joseph von Rehfues (Hrsg.):] Süd=Deutsche Miscellen für Leben, Literatur und Kunst. Stuttgart: Cotta Nr. 4 v. 1814-01-12, S. 26: “Correspondenz. Aus Sachsen im December.” zitiert aus Arndts „Kurze und wahrhaftige Erzählung von Napoleon Bonapartens verderblichen Anschlägen, von seinen Kriegen in Spanien und Rußland, von der Zerstörung seiner Heeresmacht, und von der Bedeutung des gegenwärtigen teutschen Krieges: ein Büchlein dem teutschen Volke zum Trost und zur Ermahnung gestellt. – Germanien 1813.“ S. 122 ff., und druckt das Gedicht nach; Eichenbergs Text hier Sp. 2, Strophe 7.

 

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StB_2_64

Elisabeth Jung

1815-06-30

Baden-Baden

Vgl. das Volkslied, vermutlich aus dem 18. Jahrhundert, zuerst in Brandenburg, Franken, Hessen und Schlesien verbreitet: „Wahre Freundschaft soll nicht wanken / wenn sie gleich entfernet ist / lebet fort noch in Gedanken / und der Treue nicht vergißt.“

 

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StB_2_64 a

Johann Heinrich Jung-Stilling

1815-06-30

Baden-Baden

„Bey Freund Von Schenkendorfs Abreise“ –

 

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Siehe die Übersetzung von „Fruits of solitude in reflexions and maxims relating to the conduct of human life“; William Penn (geb. London 14.10.1644, gest. Ruscombe, Berkshire 30.07.1718): „Wilhelm Penn's, Stifters und Gesetzgebers der Colonie Pennsilvanien, Früchte der Einsamkeit, in Gedanken und Maximen über den menschlichen Lebenswandel. [Vignette] – Aus dem Englischen. – Tübingen, bei Johann Georg Cotta. 1785.“; [übersetzt von Johann Friedrich Schiller.], im Abschnitt „Vereinigung der Freunde.“ S. 165 ff. hier S. 166: “131. Sterben ist blos über die Welt gehen, wie Freunde über See; sie leben doch immer noch in einander.“; „132. Denn diejenigen, die im Allgegenwärtigen lieben und leben, können nicht anderst [sic] als einander gegenwärtig seyn.“; „133. In diesem göttlichen Spiegel sehen sie einander von Angesicht zu Angesicht; und ihr Umgang ist sowohl frey als rein.“ – Weitere Ausgabe: Friedensthal [Me: bei Pymont], bey Ludwig Seebohm, 1803; dazu: „Kurze Nachricht von der Entstehung, Ausbreitung, Lehre und Kirchenzucht der Freunde, die man Quaker nennt, von William Penn. – Aus dem Englischen. – Friedensthal, 1804.“, d. i.: Helwingsche Buchhandlung 1804; daran die Verlagsanzeige am Schluss u. a. zu Penns „Früchte“. – Der Thesaurus librorum rei catholicae: Handbuch der Bücherkunde der gesammten Litteratur des Katholizismus und zunächst der katholischen Theologie, Bd. 2, Würzburg: Stahel 1850, S. 626 nennt eine Ausgabe für 1808 ebd. – Schiller, Johann Friedrich geb. Steinheim a. d. Murr 18.09.1737, gest. Mainz 19.10.1814; Buchdrucker, Übersetzer  und Verleger in Mainz 1784 bis 1794.  – Der erste Teil des Eintrags konnte so bei Penn noch nicht gefunden werden.

 

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StB_2_65

Caroline Jung

1815-07-01

Baden-Baden

Joh. 9, 4

 

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StB_2_66

Charlotte v. Knebel

1816-09-24

Karlsruhe

Die letzte Zeile des Gedichts von Ernst Moritz Arndt „Teutscher Trost“ lautet „Tue recht und fürchte nichts.“ – Ernst Moritz Arndt: Werke. Teil 1: Gedichte, Berlin u. a. 1912, S. 132-133.

 

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StB_2_67

Wilhelm Friedrich von Meyern

1816-05-08

Karlsruhe

 

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StB_2_68

Ernst Christoph Kühlenthal

1816-09-26

Karlsruhe

 

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StB_2_69

NN

1816 ?

Zit.: a) Friedrich Ludwig Zacharias Werner: Die Söhne des Thal’s. - Ein dramatisches Gedicht. Tl. 1. Die Templer auf Cypern. [… 1 Kor 3, 6] Neue unveränderte Auflage: Wien: Johann Baptist Wallishausser 1813, (Ausgabe Berlin: Johann Daniel Sander 1803 S. 55 f.); II, 2, S. 64-65 im Gespräch zwischen Franz und Philipp: „Franz. / Sieh da! Ihr baut auch Klee und Esparsette ? / Philipp. / Ein deutscher Gartner hat es hergebracht; / [S. 65:] / Es futtert gut und ist Euch so geduldig, / Daß es sich fünfmal ruhig mähen läßt, / Und hoch sich preist, wenn es zum sechsten mal / Das letzte Restchen Kraft zu Markt bringt, bloß / Damit mein alter Esel es beweide. – / Es ist 'ne gute Haut von Kraut, wahrhaftig! / Nur hat's den argen Fehler - seht! es saugt Euch / Den Fleck ro rein, daß auch kein Bischen Kraft / Im Boden bleibt! – […]“. – b) Ders.: Die Söhne des Thales. - Dramatisches Gedicht. Tl. 2, Die Kreuzesbrüder. – Das Kreuz ist des Sterns Fundament. Hippel. - Berlin: Johann Daniel Sander 1804; V 4, S. 311: „Ä. KÄMMERER. / Bursche, / Man hört's dir an, dass du ein Neuling bist – / Nimm dich in Acht, und lass das närrsche Grübeln! – / Nur Eins ist noth – das ist das Brot – nur Einer / Hat Recht – der Stock, so lang' er prügeln kann. / Verzehr' dein Brot, nimm, was du krigen kannst. / Was ausser dir, ist Backhaus oder Stock; / Was in dir – Magen, und das Mittelding, / Das dich mit dem, was außer dir, verbindet / Und das, was in dir, deckt – das ist der Rücken. / Wenn dieser breit ist, jener gut verdaut, / So bist du ein gemachter Mann; das Grübeln / Macht dich zum ausgemachten – Laß es bleiben!“ – Symbolik: repräsentiert stets die Dreiheit, wie z. B. im Christentum die Dreifaltigkeit; steht für den Sommer oder symbolisiert die Liebe; das vierblättrige Kleeblatt gilt als Glücksbringer. Vgl. StB_1_74v.

 

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StB_2_70

NN

1816 ?

Sic eunt fata hominum (lat.), so gehen die Schicksale der Menschen, d. i. so geht es in der Welt; sic itur ad astra (lat.), so kommt man zu den Destirnen, d. h. zu Ehren. – Iffland, Die Kokarden, II.2, sagt dies der Freund zur Geheimrätin (Sic eunt fata hominum) S. 223.

 

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StB_2_71

NN

1816 ?

Bis auf die Textstelle „seine Repräsentanten in der Welt drücken uns nieder, Mit Ausnahmen doch! - Wir Teutsche greifen langsam an.“ lassen sich alle Texte zurückführen auf: a) Die Söhne des Thales. Teil 1, Die Templer auf Cypern, Berlin: Johann Daniel Sander 1803; b) Zacharias Werner’s Sämmtliche Werke. – Aus seinem handschriftlichen Nachlasse hrsg. von seinen Freunden. Bd. 1 [von 13]. Grimma: Verlags-Comptoir o. J. [1842]= Zacharias Werner’s Poetische Werke. Bd.1. Gedichte bis zum Jahre 1810.


Die Söhne des Thales. Teil 1, Die Templer auf Cypern, Berlin: Johann Daniel Sander 1803, [III S. 103-142; 103-118, 119-123, 124-126, 127-136, 137, 138, 138-142, 142]; S. 149: Charlot sagt: „Der alte Zeitenwagen selber wankt, Weil seine Pferde jetzt den Koller kriegen: Da kann man nicht mit Span’schem Gange schreiten; Nur über Hals und Kopf geht‘s hinterdrein.“; S. 154: Robert sagt: „Und warum mir ein gut gemahlter Schwan Weit lieber ist als zehn lebend‘ge Kukucks.“; S. 192: Molay sagt: „So geh’n wir auf des Schicksals schwülen Wegen; Der Glaube fächelt Kühlung uns entgegen. Bald werden Wind’ um unsre Asche wehn; Doch unsre Saat wird je sie auferstehen! – “ - 1842: S. 120: Robert sagt: „Doch brenn‘ ich  lieber in dem schönen Wahn, Um nicht in Eurer Wahrheit zu erfrieren.“; S. 118: Robert sagt: „Sein  inn‘rer Herrgott hält Ihn aufrecht! – “; S. 56: Molay sagt: „Nein – es wird nicht! – aus diesen dumpfen Massen Erhebt der reine Phönix nimmer sich! – “; S. 225: dreimal „Gott besser’s“.

 

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StB_2_72

Johann Nepomuk Ringseis

1815

 

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1816

  1. S. W. S. P. I. H. V.

 

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StB_2_73

Louis Dominique Graimberg de Belleau

1816-09-27

Karlsruhe

Zitat von Horaz. Horaz (65-8); Q. Horatii Flacci, carmina; liber tertius (Hor. c. 3,4): An Kalliope: Macht und Rat. – vis consili expers mole ruit sua, vim temperatam di quoque provehunt in maius, idem odere viris omne nefas animo moventis (Macht ohne Rat stürzt unter der eignen Last, Mit Rat geführte Macht wird von Göttern selbst Gehoben; doch verhasst ist ihnen Alle Gewalt, die nach Unheil trachtet).

 

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StB_2_74

Walter von Greiffenegg-Wolfurt

1815-05-17

Karlsruhe

raita: evtl. raeti = das von Drusus eroberte Gebiet, das zur Provinz Raetien wurde; Völkerschaft zwischen Donau, Rhein und Lech – Johann Jakob Zeiler von Raita (1798-1783) schmückte 1752 die Benediktinerabtei in Ettal aus. – Goethe’s Werke. Bd. 1. Tübingen: Cotta 1806, S. 357 ff.: „Epigramme. - Venedig 1790.“, darin S. 372, Nr. „54. / Tolle Zeiten hab' ich erlebt, und hab‘ nicht ermangelt / Selbst auch thörícht zu seyn, wie es die Zeit mir gebot.“

 

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[Vorsatzblatt]

Vorsatzblatt: “Stammbuch des Dichters Max von Schenckendorf“

 

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[Porträt Fouqué]

Es handelt sich nicht um ein Porträt Max von Schenkendorfs, sondern nachweislich um das von Fouqué! (Koenig: LitGesch 1895).

 

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Ein Hymnus des Mittelalters/ Gebet bei der Gefangenschaft des Papstes  

 

Max von Schenkendorfs Gedicht Ein Hymnus des Mittelalters/ Gebet bei der Gefangenschaft des Papstes erschien 1810 im Königsberger „Spiegel“. Heinz Erich Stiene ordnet es 2019 in den zeitlichen Kontext ein und gibt beide Texte wieder. (Von Horaz und Ovid bis zum Archipoeta, S. 86 ff.)

Über die Bedeutung des von einem evangelischen Dichter verfassten Poems im sog. Kulturkampf (1866, 1871-1878, 1887) zwischen Preußen bzw. später dem Deutschen Kaiserreich unter Reichskanzler Otto von Bismarck und der katholischen Kirche unter Papst Pius IX. erfährt man nichts.

Bereits 1847 veröffentlichen die Historisch-politische Blätter für das katholische Deutschland „Glossen zur Zeitgeschichte“. In einer davon liest man.

„Die Opposition der rechtlichen Leute, die auch unter den Gebildeten zahlreich genug bestand, hatte in der deutschen Presse seit Palm‘s buchhändlerischem Martyrthum eben keine Organe mehr. – Nur in der Form der versteckten Anspielung, der Mystification, des historischen Citats konnte sie sich den Gleichgesinnten verständlich machen. So erschien in demselben Jahre 1810, wo ein excommunizirter Pfarrer in Rom die wahre Lage der Dinge so gefügig auf den Kopf stellte, und den Dränger und Verfolger der Kirche in Sta. Maria rotonda zu den Sternen erhob, in einem Königsberger Blatte eine angeblich neu aufgefundene Kirchenhymne, aus der Zeit der Gefangenschaft Clemens VII., von welcher der edle Max von Schenkendorf eine deutsche Uebersetzung, verfertigt haben wollte. In Wahrheit war die Uebersetzung das Original und der lateinische, vorgebliche Urtext eine mit großem Talente von Franz Xaver Carnier verfaßte Uebertragung. Die ‚Extremen‘ verstanden ohne Commentar, was gemeint war, die französischen Autoritäten aber erhielten von dem Attentat entweder keine Kunde, oder zogen es vor, einigen Mangel an Combinationsgabe. vorzuschützen *).“; „*) Die Hymne von Max von Schenkendorf steht in dessen Gedichten (Stuttgart und Tübingen 1815): [… Text]“.

 

Die „Bauern-Zeitung“, herausgegeben vom bayrisch-patriotischen Bauernverein, veröffentlicht 1874:

„Ein protestantisches Zeugniß.

Als Papst Pius VII. von Napoleon in die Gefangenschaft abgeführt worden, da brachte das Königsberger Wochenblatt, eine streng lutherische Zeitung, folgendes Gebet bei Gefangenschaft Papst Pius VII. [… Text; Sp. 2: …] Der Verfasser dieses Gedichtes war gewiß ein Ultramontaner? Nein. Es war ein streng lutherischer Christ, der nichts so sehnlich herbeiwünschte, als das deutsche Reich unter einem Kaiser vereinigt zu sehen, der deshalb den Namen ‚,Kaiserherold‘ erhielt, Max von Schenkendorf.

Damals erkannten die noch gläubig gesinnten Evangelischen, daß jeder Unfall, der der katholischen Kirche droht, auch eine Drohung für sie ist. Sollte es jetzt unter den von uns im Glauben getrennten Brüdern keinen Max von Schenkendorf mehr geben? (Aus dem Sonntagskalender.)

 

Ein Jahr später, 1875, nutzt das „Salzburger Kirchenblatt“ den Geburtstag des amtierenden Pontifex, um diesem mit dem Gedicht zu ehren und notiert: „Obiges Gebet, gedichtet von Max v. Schenkendorf während der Gefangenschaft Pius VII im Jahre 1810 ist auch jetzt sehr zutreffend.“

 

Besonders deutlich wird der ungenannt bleibende Lutheraner, ein „positiv gläubige Protestant“, 1874 in der „Augsburger Postzeitung“, indem er beide Texte abdruckt und einleitet.

Drei erläuternde Bemerkungen zuvor:

  • Zu Hostis urbs aboleatur vgl. 1895 Robert Sprenger S. 237 nach HAGEN ergänzend.
  • Zur Majestätsbeleidigung: Gemeint ist [Friedrich/Franz] Ludwig Heinrich Grote (1825-1887); Beiname „Welfenpastor“; vgl.: Ludwig Grot’s ‚Einsame Lieder. – In: Beilage zur Augsburger Postzeitung, Nr. 4 v. 1874-01-23, S. 16. – Grote und Bismarck oder das alte und das neue Recht. Eine Appellation an die beleidigte Majestät des Rechts und der Wahrheit, sowie des Königs von Preußen. [Motto] Erweiterte Betrachtungen aus den ‚Hessischen Blättern.‘ Melsungen: W. Hopf und Kassel: H. Jungklaus 1873; Majestätsbeleidigung von Otto von Bismarck (1815-1898) S. 18: P. Gerhardt weil ‚stolzer Tyrann‘ darin vorkam.
  • Pius VII. in seinen öffentlichen Verhältnissen *) zu Napoleon 1808 und 1809. – In: Ludwig Wachler (Hrsg.): Theol. Nachrichten 1814, Bd. 2, 1814-07/1814-08, S. 284-297.
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Nun das, was der Anonymus zu sagen hatte:

 „Gebet bei Gefangenschaft des Papstes Pius VII.

[… dt. Text]

Wir erhalten diese kostbare Reliquie zur Wiedererinnerung und zum Wiederabdruck in unserm Blatte aus der Hand eines positiv gläubigen Protestanten, der uns dazu folgende erhebende Worte schrieb: Ich glaube, geehrter Herr und Mitstreiter, Ihnen einen kleinen Dienst zu erweisen, wenn ich Sie auf das vorstehende Gedicht hinweise, das einen der edelsten Männer zum Verfasser hat, der ein Deutscher und ein Christ war. Es geschieht nichts neues unter der Sonne! Max von Schenkendorf, der ‚Kaiserherold‘, der aber ein Kaiserthum à la Bonaparte in den Abgrund der Hölle verflucht haben würde, gehörte der lutherischen Kirche an. Das hinderte ihn aber nicht, seine Zeugenstimme gegen die ‚Räuber‘ zu erheben, welche sich mit Hohn und Pochen wider das Heiligthum der römischen Kirche verschworen hatten. So erkennen auch jetzt alle treuen Glieder der lutherischen Kirche, daß der Sturmlauf des modernen Heidenthums nicht gegen Ultramontanismus und Jesuitismus, wie man vorgibt, sondern gegen die römische Kirche selbst gerichtet ist, und zwar in ihr nicht gegen das, was uns trennt, sondern was uns einigt, also gegen das wahrhaft katholische Christenthum, gegen den Glauben an den dreieinigen Gott, der seine Kirche auf Erden gegründet hat und nicht eine Polizeianstalt des Abgotts, der sich Staat nennt. Deßhalb, geehrter Herr, glauben wir Lutherischen, daß zwischen Ihnen und uns alle häuslichen Streitigkeiten – denn als [Sp. 2:] solche müssen unsere Differenzen in Vergleich zu dem klaffenden Abgrunde, der uns von dem heidnischen Berlin trennt, bezeichnet werden – zu vertagen sind und daß wir im Namen des gemeinsamen Herrn und Heilands als christliche Brüder zusammen zu stehen haben gegen den modernen Staatsleviathan, der Sie wie uns zu verschlingen droht. Als ein Zeichen dieser gottlob immer mehr als nothwendig erkannten Bundesgenossenschaft über sende ich Ihnen das Gedicht eines Lutheraners, der in schweren Tagen dieselbe Pflicht erkannte und denselben Kampf mit uns stritt. Max von Schenkendorf ist unser ,Kaiserherold.‘ Die Nationalliberalen haben nicht ein Haar an ihm. Darum wagen sie auch nicht, an ihn zu erinnern. Wir aber sollten seinen Namen auf unsere Fahne schreiben. Ueber das vorstehende Gedicht ist noch zu bemerken, daß es zuerst 1810 ohne Unterschrift in einer Königsberger Wochenschrift erschien, und zwar angeblich als Uebersetzung aus einer Sammlung von Kirchenhymnen des 16. Jahrhunderts : In ecclesiae calamitatibus. Man sieht daraus, wie viel Mühe man es sich damals (1810!) kosten ließ, aber auch wie erfinderisch und keck man war, die überwachende Censur zu hintergehen. Und doch war jener Zustand noch erträglicher, als der von Anno 1873, wo ein lutherischer Pastor der Majestātsbeleidigung angeklagt werden konnte, weil er in einem Kalender den einfachen Abdruck eines Paul Gerhardt‘schen Liedes, ohne jeden Zusatz und Veränderung, besorgt hatte. Nun, mag man wüthen mit Tendenzprocessen und Einkerkerungen! Es soll ihnen nicht gelingen! Wie es damals dem ‚Aergsten aus dem argen Heere‘ ergangen ist, so wird auch jetzt der Ausgang sein: ‚Verschwunden wie Sodoma!‘    Ein Lutheraner.

Wir geben nachstehend auch noch die lateinische Uebersetzung des vorstehenden Liedes, die den Augen der französischen Spione immerhin als ‚alter Kirchenhymnus‘ erscheinen mochte:

In ecclesiae calamitatibus. *)

[… lat Text]

*) Dieser lateinische Hymnus, der zuerst in der Königsberger Zeitschrift ,Spiegel‘, Jahrg. 1810, Nr. 18, erschien, ist von Franz Xaver Carnier, einem Freunde Schenkendorf‘s verfaßt, und zwar in der Absicht, um Schenkendorf‘s ‚Gebet bei der Gefangennahme des Papstes‘ gegen die Censur zu schützen. Die Carnier‘sche Uebersetzung des Gebetes wurde nämlich für ein altes Original ausgegeben. Das Latein ist nicht immer classisch. Ausdrücke wie vulnere detectus, sanantes properati, hostis exulesceatur dürften keinen Anspruch auf Classicität haben. Hält man aber fest, daß es nur auf eine Täuschung abgesehen war, so wird man nicht zu hohe Anforderungen stellen. Für den letzten Vers hat jemand die Correctur vorgeschlagen: Hostis urbs aboleatur.“

 

 

Karl Friedrich August Buchner : Die deutschen Ströme

 

1814 erschien das Gedicht „Die / deutschen Städte. / Von / Max von Schenkendorf.“ und dann erneut in einer Neuausgabe im Jahr 1815.

Da lag es nahe, ihm auch ein solches mit dem Titel „Die deutschen Ströme“ zuzuschreiben.

 

Heinrich Pröhle berichtete noch 1855, dass Friedrich Ludwig Jahn „Zu seines Freundes Schenckendorf 1814 entstandenem Liede ‚,Laßt uns die deutschen Ströme singen' […] zwei Strophen hinzu[dichtete]. Die eine lautet:

‚Der Weichsel Münden sind uns theuer;

Sie halten Wach am Landesschild;

Und stürmt die Steppe ungeheuer,

Sie ras't sich an drei Festen mild.

Hier haben Ost und West gerungen,

Der Alle warf, brach nicht hindurch;

Und Graudenz Jungfrau unbezwungen

Schirmt stark wie sonst Marienburg.‘

Die andere:

‚Bei allen die zum Meere eilen

In rastlos kühnem Küstenlauf

Kann der Gesang nicht lange weilen;

Vorkämpfer, führt den Reigen auf:

Die Warnow hat den Held gewieget,

Der brach des Zwingherrn Wütherei;

Als Land und See zur Sperr geschmieget,

Da strömte die Persante frei.‘“

 

So erschien das Gedicht „Die deutschen Ströme“ unter dem Namen Max von Schenkendorfs in vielen Gedichtausgaben. Beispielhaft seien genannt:

  • Gustav Schwab (Hrsg.): Fünf Bücher deutscher Lieder und Gedichte. Von A. von Haller bis auf die neueste Zeit. Eine Mustersammlung mit Rücksicht auf den Gebrauch in Schulen. Leipzig: Weidmann 1835, S. 615-617: Das Lied von den deutschen Strömen. – Weitere Auflagen 1835 1840 1848; 4. 1857 Julius Ludwig Klee (1807-1867), 1871 Michael Bernays (1834-1897).
  • J[ohann]. C[hristoph]. Kröger (Hrsg.): Gedichte auf das deutsche Land und deutsche Volk. Für Bürgerschulen. Gesammelt u. hrsg. Altona: Johann Friedrich Hammerich 1837, S. 23-25.
  • Gotthard Oswald Marbach (Pseudonym: Minor Silesius; 1810-1890; Hrsg.): Deutsche Lieder zu Schutz und Trutz. Volksbücher. 19. 20. Leipzig: Otto Wigand [1841], S. 20-22.
  • [1874: Ludwig Bauer (Bearb.):] Deutsche Mustersammlung für die lateinischen Schulen und Gymnasien im Königreich Bayern. Tl. 1. München: kgl. Central-Schulbücher-Verlag 1849, Nr. 148, S. 379-381.
  • Allgemeines deutsches Lieder-Lexikon oder Vollständige Sammlung aller bekannten deutschen Lieder und Volksgesänge in alphabetischer Folge. In vier Bänden. Bd. 2: F-M. Leipzig: Gustav Thenau 1847, Nr. 1282, S. 279-280.
  •  ....

 

Franz Brümmer stellt 1876 im Nachtrag zu seinem „Deutsches Dichter-Lexikon“ eine Möglichkeit zur Entstehung des Textes dar und informiert über den richtigen Autor.

Dies ist 

Karl Friedrich August Buchner, geb. Darmstadt 12.02.1800, gest. 24.04.1872 als Hofgerichts-Advokat und Justizrat ebd.

 

Buchner, Karl: Gedichte. (Hrsg. von seinem Sohn Wilhelm Buchner.) Darmstadt: Arnold Bergsträßer 1872. [8°, 104 S.]

Wilhelm Joseph Buchner (geb. Darmstadt 29.01.1827, gest. Eisenach 20.01.1900) veröffentlich darin S. 89-93 „An ein altes Commersbuch“, in den es (Strophen I; II; IV, 2; VIII von 11 Strophen) heißt.

 

An ein altes Commersbuch.

(1841.)

 

Komm’ her zu mir aus deiner Ecke,

              Bemoostes Haupt!

Und wie im Lenz die Winterhecke

              Sich neu belaubt,        ¦

Wie die vertrocknete, erblaßte Rose

              Von Jericho sich frisch und sprossend zeigt,

Wenn, eingesenkt in milder Fluthen Schooße,

Das Naß durch alle ihre Fasern steigt;

 

So brichst auch du in neuer Blüthe

              Gewaltig aus,

Umzieh’n Gedanken, halb verglühte,

              Dich, altes Haus!

Wenn ich dich senke in den milden Bronnen

              Des Herzgefühles warm und tief und treu, -

Ha, werden da nicht alte Liedessonnen,

Den Blumen gleich auf Stengeln, jung und neu?

 

[...]

 

[...]¦

Das Schmerz=Gejauchz’ in „Vaterlandes Söhne“,

              Der kräft’ge Ernst in Arndt’s erhab’nem Sang.

Bald Körner’s und bald Schenkendorf’s Camöne. -

Wie Das den Eichzweig um die Stirn’ uns schwang! -

 

[...]        ¦

[...]

 

Die Vorwelt kann auf Nachwelt zählen;

              U n s blüht sie nicht!

Wer kennt noch von den jungen Seelen

              Hier dies Gedicht?

Und dieses da? Und wer noch ihre Weisen?

              Selbst ihre schönen Weisen sind verstummt,

Die, bald daheim und bald auf kleinen Reisen,

Der Bursch nach uns in seinen Bart gesummt. -

[...]

 

 

Zu den Vermögensverhältnissen der Eltern des Dichters Max von Schenkendorf

 

 

HAGEN schreibt S. 19: „Sie waren wohlhabend“. Jedoch: Durch die späteren kriegerischen Zeitumstände verloren sie jedoch fast das gesamte Vermögen.

 

Der Vater des Dichters schreibt anläßlich einer Geschenksendung am 25. Oktober 1798 an seinen Bruder Carl Gottlob von Schenkendorf:

„Da die Grenze gesperrt ist, so hat man nicht eher und in keinen großen Quantitäten Kaviar erhalten können, es erfolgen also nur 4 Fäßchen, die ich auf meine Gesundheit zu genießen bitte. Haselhühner sind fast ganz verschwunden, sonst hätte ich auch welche mitgeschickt.“

Wenn diese Umrechnung stimmt, so war es ein kleines Vermögen als Geschenk: 1 Fass à 25 Pud Kaviar kostete 25 Silberrubel, das wären also 4 x 16,38 kg = 65, 52 kg für 100 Silberrubel.

 

K[arl]. E[rnst]. v. Baer / Gr[egor]. v. Helmersen (Hrsg.): Beiträge zur Kenntniss des Russischen Reiches und der angrenzenden Länder Asiens. Bd. 23, St. Petersburg: Akademie 1861, S. 303.

 

Im Führungszeugnis für Max von Schenkendorf vom 1809-06-18 vermerkte die Regierung in der Rubrik „VermögensUmstände, so weit sie bekannt sind“, dass er „nicht ganz unbemittelt“ sei.

 

Die Umrechnung von Gewichten und Währungen gehört zu den schwierigsten Aufgabe des Historikers. Vielleicht findet sich ein Interessierter, der dies tun kann; darum hier noch einige – hoffentlich hilfreiche – Hinweise.

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1796: Wochenlohn

Lebrecht Johann Friedrich Erler: Versuch einer Anleitung zur Strecken- und Schacht-Mauerung. Freiberg: Crazi 1796, § 119, S. 69: „Löhne der bey der Gruben=Mauerung anzustellenden Personen.“; Auswahl: 1. der Meister: Wochenlohn bei 5 Schichten zu je 8 Stunden (von 5 bis 15 Uhr; 11-12 Pause = „anderthalb Schicht“): 1 Thlr 12 Gr.; 2. der Maurer: dto.: 1 Thlr. 3 Gr.; 3. der Bergknecht 20 Gr., 4. der Handlanger: (6 bis 16 Uhr): 4 Gr.

 

1800: Wochenlohn

B]ernhard]. F]riedrich]. Mönnich: Lehrbuch der Mathematik: mit Rücksicht auf solche, welche sie erlernen, um sie bei ihren mehr oder weniger damit in Verbindung stehenden Berufsgeschäften zu benutzen, 2. Aufl. Bd. 1, Berlin: Gottlieb August Lange 1800 (= Handbuch derjenigen Theile der theoretischen Mathematik worauf sich hauptsächlich die Feldmeßkunst gründet, mit Anwendungen), § 211, S. 150-151: „§. 211. Aufg. Einem Maurer der mit 25 Leuten, Gesellen und Handlangern gearbeitet, ist bei 12stündiger Tagearbeit 47 Rthlr. Wochenlohn bezahlet. Es ist nicht bemerket, wie viel Gesellen und wie viel Handlanger dabei gewesen, soll aber jezt nachgewiesen werden. Der Meister bekomt 9, der Geselle 8, und der Handlanger 5 Gr. Tagelohn.“

 

 

1803: Kaviar

Heinrich Storch: Historisch-statistisches Gemälde des Russischen Reiches am Ende des achtzehnten Jahrhunderts. Achter und letzter Theil, Leipzig: Johann Friedrich Hartknoch 1803, Abschnitt 20: Kaviar, S. 207 ff.; Beispiel: S. 207: schwarzer, gepresst, gesalzen (= frischer Kaviar): 8 Kopeken pro Pud; der rote: 5 Kopeken pro Pud.

 

1796: Kaviar, Säckchen

Deutsche Encyclopädie oder Allgemeines Real-Wörterbuch aller Künste und Wissenschaften: Kam-Kep, Bd. 19. Frankfurt a. M. Varrentrapp und Wenner 1796, S. 418, Sp. 1. „Den mittleren Rang zwischen dem durchgesalzenen und gepreßten Kaviar behauptet der sogenannte Säckgens Kaviar (mjeschetschnajä).“

ähnlich 1805:

G[erhard]. P[hilipp]. H[einrich]. Norrmann (Bearb.). Gottfried Christian Bohns Waarenlager, oder, Wörterbuch der Produkten- und Waarenkunde. Des wohlerfahrnen Kaufmanns zweyte Abtheilung, Bd. 1. A-L. Hamburg: Carl Ernst Bohn 1805, = Vollständigeres Wörterbuch der Produkten- und Waarenkunde Bd. 1, S. 952-954, hier S. 952, Sp. 2, 2).

 

1805: Fäßchen

Georg Hassel: Statistischer Umriß der sämtlichen Europäischen Staaten in Hinsicht ihrer Größe, Bevölkerung, Kulturverhältnisse, Handlung, Finanz- und Militärverfassung, und ihrer außereuropäischen Besitzungen, Teil 1: Die statistische Ansicht und Specialstatistik von Mitteleuropa: Braunschweig: Friedrich Vieweg, 1805, S. 13, Sp. 2: „ein großer gibt 8 bis 12 Fäßchen Kaviar“.

 

1843: Fäßchen

Johann Carl Leuchs: Allgemeines Waren-Lexikon; oder vollständige Warenkunde, mit Angabe der Erzeugungs- und Bezugsorte, der Art und Menge des Verbrauchs, der Preise und des Ganges des Handels. Dritte Auflage, Bd. 2. Nürnberg: C. Leuchs 1843; S. 397: „Ein Stör gibt 10 bis 20 Fäßchen Kaviar.“

 

1838: Pud, Fässchen

August Schiebe (Hrsg.): Universal-Lexikon der Handelswissenschaften [...] Bd. 2, Leipzig: Friedrich Fleischer, Zwickau: Schumann 1838, im Art. Kaviar S. 177, Sp. 1: „Der beste ist der sogenannte Säckchen=Kaviar (russ. mescheschnaja ikra); er besteht dem Ansehen nach aus ganzen Körnern und wird nicht leicht stinkend; er kommt in Säcke von Zwillich und alsdann in eine Salzlake, Die Säcke hängt man auf, damit die Lake durchsickert, dann werden sie ausgerungen, 12 Stunden lang getrocknet und in Fässer getreten. Das Pud kostet gegen 4 – 5 Rubel.“

 

1840: Pud

Karl Rumler: Uebersicht der Masse, Gewichte und Währungen der vorzüglichsten Staaten und Handelsplätze von Europa, Asien, Afrika und Amerika, mit besonderer Berücksichtigung Oesterreichs und Russlands. Wien: Jasper, Hügel und Manz 1849, S. 11: Von 1763 bis 1810: 16 Rubel aus dem Pud. Gewicht des 1 Kopekenstücke = 230, 4 russ. Doli = 0,585 Lot österr. Handelsgewicht 5, 2, 1/1 und ¼ Kopekenstücke nach Verhältnis; S. 3: Bei Schiffsbefrachtungen bedeutet als eine Schiffslast: 120 Pud Brutto bei Kaviar, Öl, Pottasche, Salpeter, Schweinsborsten, Talg, Tran und rohem Zucker; 120 Pud Netto bei Eisen, Kupfer und Tauwerk.

 

1796: Pud

Wilhelm Christian Friebe: Ueber Russlands Handel, landwirthschaftliche Kultur, Industrie und Produkte. Nebst einigen physischen und statistischen Bemerkungen. 1. Bd. Gotha und St. Petersburg:Gerstenberg und Dittmar 1796, S. 240 f.: „Ein weiblicher Beluge von vier Arschienen Länge giebt gegen drei Pud (120 russische Pfund) [S. 241:] Rogen, welcher zu Kaviar zubereitet wird. Ein solcher Beluge wird, frisch gefangen, für 5 bis 6 Rubel verkauft. Um aus den Rogen Kaviar zuzubereiten, wird eben so viel Salz an Gewicht hinzu gethan und nachher das Pud Kaviar für 80 Kop. bis 1 Rubel verkauft.“ Arschiene = (noch 1858) 1 ¼ deutsche Elle.

 

1796: Pud

[Johann Christian] Nelckenbrechers Taschenbuch der Münz- Maaß- und Gewichtskunde für Kaufleute. Berlin: Arnold Wewer 1796, S. 231: Handelsgewicht 1 Berkowetz = 10 Pud oder 400 Pfund, das Pud hält 34 43/48 Berliner Pfund.

 

1796: Pud

August Wilhelm Hupel (Hrsg.): Oekonomisches Handbuch für Lief- und Ehstländische Guthsherren, wie auch für deren Disponenten, darinn zugleich Ergänzungen zu Fischers Landwirthschaftbuche geliefert, auch für auswärtige Liebhaber die Liefländischen Verfahrungsarten hinlänglich dargestellt werden. Tl. 1. Riga: Johann Friedrich Hartknoch 1796, S. 315:„1 Pud (Russisches Gewicht) wägt 40 Russische Pfunde, welche aber in Reval 38, und in Riga etwa 38 ¾ Pfunde betragen.“

 

 

1769 / 1787: Accise, Steuer

Revidirter Accise-Tarif für Königsberg und alle übrige Städte des Königreichs Preussen in beyden Departements, wornach mit Sr. Königlichen Majestät allergnädigsten Approbation vom 10. April 1769 die Accise vom 1ten Junii 1769 an, erhoben werden soll. Neu gedruckt den 1. Junii 1787. Königsberg: Gottlieb Leberecht Hartung; S. 9: 1 Gr für 1 „Fäßgen“ Kaviar; ein Achtel Kaviar 6 Gr.

 

 

1800: Haselhühner

A[ugust]. C[arl]. von Holsche: Geographie und Statistik von West- Süd- und Neu-Ostpreußen: Nebst einer kurzen Geschichte des Königreichs Polen bis zu dessen Zertheilung. Nebst einer Charte von West- Süd- und Neu-Ostpreußen. Bd. 1. Berlin: Friedrich Maurer 1800, S. 205: für Neu-Ostpreußen: „Unter dem wilden Geflügel zeichnen sich besonders die Auer- Birk- und Haselhühner aus, welche hier häufig und wohlfeil sind. An Schnepfen aller Art und an Krammetsvögeln ist auch kein Mangel; Lerchen aber werden nicht gefangen.“ – Bd. 2: 1804.

 

 

Freimaurer Max von Schenkendorf

Feldloge Nr. 1 – Carl zur Treue in Karlsruhe - Friedrich zur Vaterlandsliebe in Koblenz

Wenig Gesichertes ist zum Thema bis heute bekannt. Hier ist versucht, Klarheit zu schaffen und Neues zu bringen. Ludwig Epstein stellte – bis heute gültig – fest: „Wann und wo Schenkendorf unserem Bunde beigetreten, ist nicht genau erwiesen.“

Ausgehend von HAGEN ist bisher die Information verbreitet worden. HAGEN schreibt S. 176: „Wenn er bis in den Herbst 1814 immer gesund gewesen zu sein behauptete, so beruhte das auf einem Irrthum, […]. […] Jetzt, so scheint es, hielt er es für angemessen, in den Freimaurerbund zu treten. Durch Jung=Stilling ward er wahrscheinlich in denselben eingeführt und trat dadurch in [S. 177:] nähere Beziehung zu dem Historiographen Alois Schreiber, der in einem ihm [d. i. Schenkendorf]] geweihten Gedichte sagt: / Zu hohem Dienste waren wir verbunden, / Da wo der Zweig des Meisters Grab’ entblüht / Und von den Säulen an der dunklen Pforte / Die Sphinx zurückweicht bei dem heil’gen Worte. / Die Sache des Ordens nahm er mit großem Eifer wahr, denn wir erfahren, daß er in kurzer Zeit die höheren Grade in ihm erreichte. In einem Kasten, in dem er die Briefe von seiner Frau aufhob, pflegte er die maurerischen Abzeichen zu verschließen, ‚die höhern Grade der königlichen Kunst‘, zu denen ein weißer Mantel mit schwarzem und rothem Kreuz gehörte. Auffallend ist es, daß Schenkendorf, der manches Gesellschaftslied gedichtet hat, keine für Freimaurer=Feste schrieb.“

Festzuhalten sind die Zeitangabe, das „wahrscheinlich“ bei Jung-Stilling und die Hinweise auf den Kasten und Aloys Schreiber.

Der Kasten wird erstmals im Jahr 1816 erwähnt in einem Brief aus „Koblenz, den 2ten April 1816“ an Eberhard von Groote: „Jetzt will ich Dich nur bitten, die beiden Kasten und das Kästchen, welche sich von mir bei Euch befinden, mir so schnell und wohlfeil als möglich, wahrscheinlich also zu Wasser, unter Gröbens Adresse herzusenden, und erwarte von Deiner Gefälligkeit Verzeihung diser Beschwerde.“

An Georg Bärsch schreibt er „Karlsruhe, den 11 Junius 1816.“: „Dann erhalten Sie auch Ihre Schriften, die in einem Kasten im v. Grooteschen Hause stehen, und die ich nicht gern von andern öffnen liesse, da sie ausser vielen Briefen meiner Frau die höhern Grade der Kgl. Kunst enthalten.“ Tatsächlich übersandte er dann später im Jahr 1816 „4)   Abschieds-Rede des Br. et Cetra. / 5)   Lied von Hempel.  / 6)   q Fragen von Ihnen. / 7)   Hanseatisches Liederbuch.“

Der Stammbucheintrag Aloys Schreibers mit seiner Datumszeile in freimaurerischer Angabe „3 Jul. 5815“ für den 3. Juli 1815 deutet sicherlich auf den Beginn der Bekanntschaft hin, und Schreiber vermerkt später, dass er Max von Schenkendorf zuletzt am 1816-09-23 gesehen haben.

Die Möglichkeit, dass Jung-Stilling die Verbindung zu den Freimaurern herstellte, ist nicht auszuschließen, jedoch unwahrscheinlich.

1787 scheint Jung-Stilling bereits mit der Freimaurerei fertig gewesen zu sein. Er schreibt: "Jene dreyfache Ursachen sind also der Grund aller alten und neuen Mysterien; ihre ganze Einrichtung war ein vortrefliches ad interims Mittel, die moralischen Kräfte zu erhöhen, und sie gegen den Hang der Sinnlichkeit überwiegend zu machen. Die Freymäurerey hat den nemlichen Zweck und Ursprung, aber Gott! wo ist diese hin versunken!"

Zehn Jahre später, 1797, scheibt Jung-Stilling: „Daß es meinem Freunde Wreden [Karl Joseph Wrede/Wreden (1761, n. A. 1763-1829)] und mir, nicht an Gelegenheit fehlte, in den IlluminatenOrden zu kommen, läßt sich leicht denken; indessen hatte es seine Ursachen, daß es nicht geschahe: Wreden hatte einen festen Grundsatz, ‘nie, in ‘irgend eine geheime Verbindung zu treten,’ und ich war gewöhnlicher Freimaurer, welches zu der Zeit so viel hieße, als nicht Illuminat seyn. Bei dem Sturm aber, der in Bayern über den Orden ergieng, legten auch die wahren Freimauer [sic; Freimaurer] in der Pfaltz ihren Hammer nieder, ich kam also außer Verbindung, und habe nunmehr auch keine Neigung mehr, in Verhältnisse der Art mich einzulassen, und wenn ich auch noch Lust hätte, so würde ichs doch für eine Todtsünde halten, den Reichsgesetzen, und den Verordnungen meines Landesfürsten schnurgerad entgegen zu handeln.“

So ist mit Gotthilf Stecher festzuhalten: „Es ist demnach nicht wahrscheinlich, daß Stilling später in Karlsruhe die Verbindung wieder angeknüpft hat, worüber im Anschluß an das Freimaurertum seines Freundes Max von Schenkendorf  […] mehrere Vermutungen ausgesprochen werden.“

 

Am selben Ort schreibt HAGEN: „Die Friedenszeit [1814 ff.] in Carlsruhe zu verleben, genügte Schenkendorf um so weniger, als er das kameradschaftliche Leben, in dem er, man kann sagen, aufgewachsen war, jetzt um so schmerzlicher vermißte, nachdem er dessen wieder so recht froh geworden war.“

In Königsberg hatte er als Student den „Blumenkranz des baltischen Meeres“ gegründet und im Jahr 1809 wiedererstehen lassen. Dieser Kranz besaß einen „gewissen Logencharakter“ (Klaus Bruckmann), und Paul Stettiner meint zur damaligen ‚Albertina‘: „Auch Studentenorden, die damals eine freimaurerische Tendenz befolgten, werden erwähnt. Schenkendorfs Kränzchen, […] scheint wenigstens ursprünglich in den geheimen Zielen den Orden ihnen nachgeahmt zu haben.“

Der „Blumenkranz“ sollte Töchterlogen stiften wie die, und hätte dann wie der „Tugendbund“ einen Stammverein und Zweigvereine in anderen Städten gehabt (Johannes Voigt).

Aber bereits am 1812-03-18 schreibt Max von Schenkendorf an Henriette Hendel-Schütz: „Ins Kränzchen wieder eingetreten hab ich mich, da alle andern mich darum angingen, da es sonst aufgelöst werden sollte, und da man Fleischer, der einer andern Sache wegen heraus sollte dies zur Bedingung seines WiederEintrits machte, wieder zu leztem nicht entbehren können. Aber Göthes Bundes Lied jezt laut gesungen ist eine Satire auf das Kränzchen.

Hier zeigt sich des Eigentümliche im Wesen Schenkendorfs: Immer war er individuell, unangepasst und gegen die allgemeinen Regeln. Dies zeigt sich im Duell, im zweiten Examen und auch in seiner Amtszeit: Während alle Kollegen den geforderten Lebenslauf tabellarisch ablieferten, gab er ihn als Brief ab. Dennoch brauchte er die Gemeinschaft, wie sein Sitzen zu Füßen der Damen und – wie Fouqué berichtet – sein Verhalten beim Biwak.

In Königsberg war Max von Schenkendorf von Freimaurern umgeben, wie das Verzeichnis von Karlheinz Gerlach zeigt. Als Freimaurer ist schon Abraham Ernst Hennig genannt, aber Max von Schenkendorf war vielleicht zu individuell, um bereits zu dieser Zeit sich ein- und unterzuordnen, und auch im „Tugendbund“ war er im Gegensatz zu seinem Bruder Karl nicht Mitglied.

HAGEN meint: „Sein offenes Wesen vertrug sich sonst nicht mit Verbindungen, die eine Ausschließung bedingen oder unter geheimen Regeln bestehn.“ – Vielleicht erging es ihm wie Johann Georg Scheffner (der1808 in den „Studien“ das „P. M. [= Pro Memoria] über die Freimaurerey.“ veröffentlichte),in dessen Memoiren es heißt: „Um eben diese Zeit ward ich auch Freymaurer […]. Bey meiner Aufnahme befremdete mich beynah nichts, du alles nahm mich so wenig für den Orden ein, daß ich erst nach mehr als 20 Jahren auf Hippels Veranlassung den Meistergrad mir geben ließ, und vermittelst des Sinnes, den ich der Sache beylegte, Geschmack daran fand.“

 

Im Juli 1812 verließ Max von Schenkendorf Königsberg, um nach Karlsruhe zu gehen, und diese Stadt verließ er 1813 als Freiwilliger zum Kriegsdienst. Nun beginnt, sicher durch Ladomus angeregt, die Beschäftigung mit der Freimaurerei.

Ludwig Epstein schreibt: „Es wird angenommen, daß Schenkendorf während der Krieges 1813 einer Feldloge beigetreten sei. Man begründet dies dadurch, daß sich vom Jahr 1813 ab in seinen Gedichten so manche maurerischen Ausdrücke und Beziehungen, besonders die Hervorhebung der Dreizahl, finden.“ 

Emil Knaake schreibt dazu in einer Rezension: „Nur darin irrt sie [d. i. Elsa von Klein], daß der Dichter die Zahlwörter auch ‚im Sinne der Zahlenmystik gebraucht, welche die Romantik aus dem 17. Jahrh. übernommen hat‘. Siemering hat bewiesen, daß die Dreizahl gerade auf den Freimaurerorden zurückführt, dem Sch. angehörte. Daß sie dies nicht weiß, gereicht ihr nicht zum Vorwurf. Ich selbst, der ich auch dem Orden nicht angehöre, habe nur durch eine besondere Güte des Verfassers den Teil der Nummer des ‚Bundesblattes‘ erhalten, das sich mit dem ‚Bruder‘ Max von Schenkendorf befaßt.“

Eine persönliche Bemerkung: Auch ich habe häufig „die besondere Güte“ verspüren dürfen und danke allen dafür! Hausbesuche bei solchen Gönnern und Bibliotheks- und Archivbesuche waren notwendig neben langwierigen und langdauernden Fernleihbestellungen, um an Literatur ‚zu kommen‘.  Und heute findet sich diese frei zugänglich unter verschiedenen URL.

 

 

Am 1812-04-07 war Max von Schenkendorf noch in seiner gewohnten Umgebung in Königsberg, „von früh bis spät beim pp Landhofmeister“ tätig, und sicherlich mit seinen Vorbereitungen für die Abreise nach Karlsruhe beschäftigt. Zu dieser Zeit, am 1812-05-17, gründete Georg Bärsch in Mitau die Feldloge „Friedrich zur Vaterlandsliebe“. Bei etwa 100 Mitgliedern war Meister vom Stuhl Ribbentrop, Erster Vorsteher von der Marck, Erster Sekretär Bärsch. „Das Logenzeichen der Feldloge wurde mittelst blauseidner Schleife an den Rock geknüpft, war aus blanker Bronze ohne jede Emaille-Verzierung gefertigt und bestand aus 2 gekreuzten Dolchen, die in einen Ring gespannt waren; es hatte beinahe die Grösse eines Zwei-Thaler-Stücks.“

Schenkendorf wird in allen Verzeichnissen der Feldloge „Friedrich zur Vaterlandsliebe“ nicht genannt; ebenso das in Mitau bei Johann Friedrich Steffenhagen, (1744-812) und Johann Martin Peters-Steffenhagen (1766-1838) erschienene Gesangbuch dieser Feldloge; es enthielt angeheftet „das gedruckte Verzeichniss der Brüder, die beim Zusammentritt zur Loge gehörten.“

 

Hier beginnt die Unsicherheit der Logenzugehörigkeit, zu deren Ausmerzung auch Franz Siemering wenig beitragen konnte. Mit Albrecht Erlenmeyer kann man Max von Schenkendorf aber als „Mitgründer der Loge“ bezeichnen, denn als diese von einer wandernden zur stehenden Loge umgewandelt wurde, wählte man Max von Schenkendorf in dieser Gründungsitzung zum Steward. Jedoch musste ihn das „Verzeichnis der Mitglieder der unter dem Schutze der grossen Mutterloge zu den drey Weltkugeln in Berlin arbeitenden St. Johannis - Loge Friederich zur Vaterlandsliebe, im O... zu Coblenz, für das M... J..... 5818-5819. Coblenz, gedruckt bey W. Herion, 1818“ bereits als verstorben bezeichnen. (Rubrik „V. Es giengen heim“.)

So findet sich in den Freimaurer-Lexika und -Handbüchern (z. B. Carl Lenning; Eugen Lennhoff und Oskar Posner) der Vermerk: „er findet sich eingetragen am 10. August 1817 als erster Steward in der Loge Friedrich zur Vaterlandsliebe in Koblenz.“; zumeist verbunden mit dem vorsichtig formulierten Hinweis: „Er soll vorher der Loge Karl zur Treue in Karlsruhe angehört haben.“

 

Damit dürfte entschieden sein: Max von Schenkendorf war nicht Mitglied der Feldloge, jedoch Mitbegründer der stehenden Loge Friedrich zur Vaterlandsliebe in Koblenz.

 

Zu klären ist aber noch die Mitgliedschaft in einer Feldloge. – Bereits am 1813-06-20  trug sich Max von Schenkendorf in Ferdinand von Schrötters Stammbuch in Gnadenfrei ein. Vom 1813-06-24 bis zum 1813-08-11 ist sein Aufenthalt in diesem Ort, in dem er am 1813-06-24 sein zweites Stammbuch beginnt.

Am 1813-06-24 trafen sich in Gnadenfrei in einem vorbereiteten Zimmer des dortigen Gemein­dehauses 33 Männer um eine Loge zu gründen. Sie wußten: „Wir sind nicht alle Brüder eines Systems, wollen aber alle einen und eben denselben Zweck“, und wir sind „sämtlich um den Hocherleuchteten Bruder, den Staatskanzler von Hardenberg, beschäftig“, den sie zugleich zum Ehrenmitglied der Loge ernannten.

Theodor Gottlieb von Hippel (1775-1843), der Meister vom Stuhl, eröffnete die Sitzung und sagt in seiner Ansprache, Max von Schenkendorfs Meinung sicherlich treffend:

„Die Streiter unter uns mögen sich als Streiter Gottes ansehen, um die deutsche Grenze des deutschen Vaterlandes von den Ketten des fremden Zwingherrn zu erlösen: jenen Streitern Gottes im Mittelalter gleich, die, einst das Kreuz nehmend, auszogen, um die Geburts= und Leidensstätte des Weltheilandes den echten Glaubensgenossen wieder zu geben. […] Die Loge ruft Ihnen zu, wie jene Heldenmutter: ‚nur mit dem Schilde kehrt ihr wieder, oder auf dem Schilde.‘“

Joseph Johann Baptist Andreas von Zerboni di Sposetti (1766-1831) hielt die Eröffnungsrede. – An bzw. zu diesem Tag entstand das bekannte Lied von Karl Gottlob Samuel Heun, das Adolf Philipsborn vertonte: Der König rief, und alle, alle kamen! – Eckart Kehr (1902-1933) formulierte dies um in „Der König schlief, doch alle, alle kamen“ bzw. „Alle, alle riefen, bis der König kam“.

Eines der Symbole dieser Feldloge, ein verziertes Kreuz, hat sich in einem Druck aus dem Jahr 1815 erhalten

Nach der Schließung der Loge im Palast Elysée Bourbon zu Paris am 14. März 1814, zu der wiederum Hippel sprach, erinnerte man sich wehmütig:

„Wenn der Jammer des Elends, das uns auf dem Blutzuge von dem Orient unserer ersten Loge zu Oberpeilau in Schlesien bis zu dem der letzten in der Kaiserstadt des geschlagenen Feindes begleitet, uns mit Kummer füllte, und das Herz zerrissen hatte; so fanden wir Aufheiterung und Balsam im Troste des brüderlichen Freundes.“

 

In Koblenz war Max von Schenkendorf wie in Königsberg von Freimaurern umgeben: Ingersleben, Bardeleben, Deinhard, Bärsch, O’Etzel, Karl Knackfuß, Johannes Schulze – um nur einige zu nennen. – Die Loge übernimmt 1909 die Grabpflege.

 

Dies läßt sich auch für Karlsruhe sagen, nicht jedoch das, was Hans Walter Panthel schreibt: „Als er [d. i. Jung-Stilling] Karlsruhe verließ, empfahl er den Freimaurern Max von Schenkendorf als seinen Nachfolger.“

Die Karlsruher Loge Carl zur Treue führt Max von Schenkendorf in der „Mitgliederliste der vollk. und ger. Loge / „Carl zur Einigkeit“ / im Or. Carlsruhe / 1812 /.“ als Mitglied auf unter der laufenden Nummer: „73. v. Schenkendorf Max. Gottl. Ferd., Dichter, Reg. Rath in Coblenz, geb. 11.12.1783 in Tilsit.“

Damit amtete er unter der Leitung des Meisters vom Stuhl der Loge „Carl zur Einigkeit“ Carl Friedrich Freiherr von Schilling von Canstatt, der dieses Amt auch 1809/10 inne hatte.

Es ist anzunehmen, dass Jung-Stilling wie bei der Organisation der Eheschließung auch in diesem Fall sich dafür eingesetzt hat, dass Max von Schenkendorf Zugang zur dortigen Loge erhielt.

Trotz aller hier gemachten Informationen bleiben immer noch Fragen offen. Möge die zukünftige Arbeit der Forschenden ihre Lösung bringen!

 

Einhundert Jahre später wird man den Einfluss der Freimaurer während der Befreiungskriege lobend hervorheben, wenn es heißt: „Gedenken wollen wir in Treuen der Helden, der Helfer und Rater in großer Zeit, gedenken der Stein, Scharnhorst, Hardenberg, Blücher, York und Gneisenau, Fichte, Schleiermacher und Körner, Schenkendorf und Rückert, nicht weil sie alle Freimaurer oder Freimaurersöhne waren, sondern weil sie es verstanden haben, den freimaurerischen Baugedanken mit der Aufgabe ihrer Zeit aufs innigste zu verschmelzen, weil sie Baumeister wurden einer besseren Zeit, die Väter eines freieren Geschlechtes.“

 

 

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