Aus der Fülle der vorliegenden Materialien hier der Beginn eines Kommentars, den ich aber aus Zeitmangel hier nicht weiter ausgeführt habe. Das Material ist im Überfluss da und bringt viel Neues. So z. B. a) ist die Geschichte der Somnambulen aus Lyon durchaus einer seriösen Quelle entnommen, die das bezogene Journal allerdings nicht angibt (Das Urteil von Stecher ist also zu modifizieren.). b) Die Ablehnung der Cazotteschen Prophezeiung ist genauso zu begründen wie die Annahme; bisher unbekannte bzw. ungenutzte Quellen zeigen dies - allem Anschein nach ist es doch eine Prophetie. - Auch Die Eller-Gruppe in Ronsdorf ist mit Anna vom Büchel vertreten! - Weiteres gern auf Anfrage!

(Fußnoten wurden hier gekürzt; mich zwischen dem Forschen oder der Gestaltung der web-site zu entscheiden war nicht einfach. So blieb eine "Bleiwüste" übrig, die nur einen Bruchteil der Informationen wiedergibt.)

 

 

In seiner Zeitschrift „Der Graue Mann“, H. 17, 1805, S. 319 f. kündigte Jung-Stilling dieses Werk an (x) und zeigte dessen Absicht auf:
„Auf sehr wichtige und ehrwürdige Veranlassung und Aufforderung, werde ich künftigen Herbst und Winter ein Werk über Visionen und Ahnungen ausarbeiten, und dem Freunde Raw zum Verlag übergeben, es wird den Titul haben: Theorie der Geisterkunde, als Resultat vieljähriger Prüfungen und Beobachtungen, Vernunft= und Schriftmäsig erwiesen, und in ein richtiges Lehrgebäude geordnet, von u. s. w. ich hoffe dadurch dem Unglauben und dem Aberglauben ihre bestimmte Gränzen anzuweisen, und die Gemüther von solchen Dingen ab, und auf das eine Nothwendige zu leiten.“
Bereits 1805 hatte es über „Mysteriosophen“ (x) Jung-Stilling und „la fameuse Théorie des Esprits“ (x) geheißen: (x)
“Das Gebiet der Hypothesen ist unbegrenzt, und die rationelle Gesiterlehre wird sich immer auf diesem Gebiete anbauen. Sie wird der Schwärmerei Thor und Thüröffnen. Sie wird sich über die Grenzen der psychologischen Erfahrung hinauswagen, und mit Stillings Sehkraft das Geisterreich oft b esser zu kennen glauben, als sie die Erde kennt.“
Aber noch 1815 schreibt Jung an seinen Sohn:
„Meine Ideen von Ahnungen und Prophezeihungen habe ich hin und wieder in meinen Schriften, wo Gelegenheit dazu war und namentlich in meiner Theorie der Geisterkunde umständlich, fasslich, und mit apodictischen Beweisen begründet . . . ich habe aber jetzt vorzügliche Ursachen gegen die grosssen Gefahren dieser Schwärmereien zu warnen und dies soll im 29. Heft des grauen Mannes recht warm und ernstlich geschehen . . . ich gehe meinen graden Gang fort und weiche weder zur Rechten noch zur Linken. Die Mitreisenden oder Zurückreisenden können machen, was sie wollen, ich lasse mich nicht irre machen . . .“ (x)
Tatsächlich erschien das Buch erst im Jahr 1808 und wurde sogleich (mehrfach) nachgedruckt – und verboten. (x) Auch bei der bei Raw erschienenen Ausgabe scheint es unterschiedliche Drucke zu geben: In den verschiedenen Ausgaben sind z. B. am Schluß unterschiedliche englische Linien zu finden.
Bereits am 1808-06-28 kam es in Straßburg bei Friedrich Rudolf Saltzmann an, der es zwar – im Gegensatz zu seiner Frau – am 1808-07-09 noch nicht gelesen hatte, aber meinte:
„Du wirst aber gewärtig seyn, daß dich deine Feinde und die Freunde der Religion in öffentlichen Blättern künftig deswegen herumholen werden. Dieß schadet aber deinem Buche nichts: es wird nur desto mehr bekannt und daher begieriger gelesen.“ (x)
Singulär ist die Notiz, daß die „Theorie der Geisterkunde“ bereits in dem Jahr 1803 ihre erste Auflage bei Raw erfahren haben soll. Dies ist ein nach dem „Buch- und Kunst-Katalog. Gesammt-Verlags-Katalog des Deutschen Buchhandels“ (x) tradierter Fehler. (x)
Es ist dieses „Produkt einer kranken Phantasie“ (x), „dieses ärgste Mondkalb unserer neuern Geistesgeburten“ (x), „Das Non plus ultra des menschlichen Unsinns!“ (x) – Kotzebue läßt in einem seiner Stücke sagen: „Seitdem der Professor Jung wieder Gespenster erscheinen läßt, seitdem zweifle ich an gar nichts mehr.“ (x) Eigentlich, so meint man auch, ist die „Geistertheorie, […] in Wirklichkeit eine Theorie der Telegraphie“ und „gehört zur ‚Theologie der Elektrizität’” , denn sie versucht „eine Theorie der Telepräsenz, der Elektrizität und der unsterblichen Seele“ zu geben. (x)
Und so kann Achim von Arnim u. a. über solche „tollen Ausgeburten eines verbrannten Gehirnes“ (x) schreiben:
„Welche jammervolle Leere lassen die meisten neueren Bücher über die Geister nach dem Lesen zurück, die mit wenigen witzlosen Vermutungen diese wunderbaren Erzählungen erklären wollen. Mit welcher Fülle von Hoffnung und Glauben verlassen wir dies; in unsrer Erinnerung geht eine fremde herrliche Macht von hoher Bestimmung vorüber; immer erscheint dieses Geisterreich milde und herrlich gegen Kraft und Güte, wo es gräßlich erscheint, da lag es in der Schuld des Geängsteten: […]“. (x)
Ein anderer Zeitgenosse (x) schreibt über dieses „work containing many curious and important facts, and much ingenious reasoning, mixed up with some mysticism” (x):
„Tübingen, Freitag den 9. December 1808. Ich habe mit Kerner (x) einen Abend und eine Nacht verlebt, an die ich gedenken werde. Aus Cotta’s Laden hatte ich die eben erschienene Theorie der Geisterkunde von Jung-Stilling mitgebracht, das Titelbild, die weiße Frau vorstellend, machte schon einen unheimlichen Eindruck, und als Kerner Abends zu mir kam, reizte uns der schauerliche Inhalt. Es ist merkwürdig, wie Jung sich zugleich als schlechter Denker und als geschickter Darsteller zeigt. Sein rastloser, gläubiger Eifer, die wirkliche Frömmigkeit, mit der er schlechthin alles auf den Buchstaben des Christenthums zurückführt, alle geselligen und politischen Ereignisse davon abhängig macht, das Feuer seiner Ueberzeugung, alles dies reißt unsern Glauben auf einen Augenblick hin, und unsre Phantasie nimmt er auf’s ungeheuerste dadurch ein, daß er alles, was für sie gelten soll, grade als die baarste Wirklichkeit nicht ihr, sondern der sinnlichen Anschauung aufdrängt. Wer dürfte alles, was er erzählt, Täuschung nennen, aber in einigen Stücken ist doch der plumpe Aberglauben handgreiflich. Die Erscheinungen des Magnetismus muß man am meisten zugestehen, doch sind das dunkle Regionen, mit denen sich der besonnene, dem Tage zugewandte Geist nicht gern befaßt, sondern sie den Forschern überläßt, die dazu durch Naturanlage begünstigt sind. Jung war Arzt, indeß davon kommt dem Buche nichts zu gut, als daß er bei manchen Wundern zweifelt, und sie als Verirrungen des Aberglaubens verwirft. Aber seine willkürlichen Vorstellungen vom bläulichen Dunstkreis der Seele, vom Hades, und andres dergleichen, stellt er als unzweifelhafte Naturwahrheiten hin. Seine Gläubigkeit ist rührend, seine Absicht [S. 20:] sehr redlich, nur hat er nicht frische Geisteskraft und scharfen Verstand genug, um die wahre Bahn zwischen Unglauben und Aberglauben zu bestimmen. Diese Bahn bestimmt sich für jeden Menschen wohl nach eignem Maße. Die auffallende Prophezeihung von Cazotte zum Beispiel, die hier nach Laharpe mitgetheilt wird, hat das Ansehen der gröbsten Erfindung, der handgreiflichsten Zusammenstellung nach dem Geschehenen, und doch hörte ich einmal von Schleiermacher, dem in Halle auf den Grund dieser Geschichte erzählt wurde, Cazotte habe Scenen der französischen Revolution vorhergesagt, die merkwürdige Aeußerung: ‘Warum nicht? Ein Mensch, der die Biondetta hat schreiben können, bei dem ist es nicht unglaublich, daß er auch wirklich habe prophezeihen können.’ Diese Biondetta hab’ ich nun seitdem gelesen, und finde das Mährchen ein wahres Kleinod, unbegreiflich in der französischen Litteratur des vorigen Jahrhunderts, vielleicht auch in der That spanischen Ursprungs, wie ja schon der Stoff spanisch ist; aber auf mich macht das Stück nicht einen solchen Eindruck, daß ich jener Ungeheuern Folgerung beistimmen könnte. Dagegen ist mir eine Geschichte, welche Jung ebenfalls erzählt, sehr einleuchtend, von einer Frau, die eine Freundin zu sich heranbannt durch den bloßen Willen. Es giebt so etwas; man kann verwandte Sehnsucht fühlen und ihr folgen müssen; ich glaube es. Daß nicht jeder, und nicht immer, so leisen Regungen offen steht, ist so natürlich, als daß nicht jeder in einer Symphonie den leisesten Mißton jedes Instruments heraushört, oder, wie der ausgelernte Spieler, mit den Fingerspitzen ein As und ein Bild unterscheidet. Aber davon [S. 21:] will ich eigentlich nicht reden, sondern euch erzählen wie es uns erging. Wir lasen, und merkten auf, prüften, lachten, verwarfen, wurden nachdenklich, und endlich von einer Geschichte nach der andern so übernommen, durch die wiederholte Terminologie und die sich steigernde Aufdringlichkeit dieses ganzen Geisterspuks dergestalt befangen, daß wir nach Mitternacht todtschläfrig und aufgereizt in banger Verstimmung einander gegenüber saßen, und uns von Zeit zu Zeit ansahen, ob wir’s auch noch wären, und nichts Geisterhaftes ein Spiel mit uns treibe! Wir verwünschten das Buch, billigten die Baseler Regierung, die es weislich verboten, konnten aber aus der Gewalt seiner Schauer nicht los, fürchteten, einzeln und einsam dieser noch mehr zu verfallen, und beschlossen, die Nacht beisammen zu bleiben; Kerner hatte nur wenige Schritte über einen Flur und eine Treppe hinab zu seinem Zimmer, allein er mochte nicht fortgehen und ich bat ihn mich nicht zu verlassen. Spät und verstört schliefen wir ein, und ein unerfreuliches Erwachen trug noch die Spuren der unseligen Lucubration! –
Dieses Würtemberg ist recht die Heimath des Spuk- und Gespensterwesens, der Wunder des Seelenlebens und der Traumwelt. Die Einbildungskraft der Schwaben hat dafür eine außerordentliche Empfänglichkeit, ihre Nerven sind nach dieser Richtung besonders ausgebildet. Das Land ist gepfropft voll von Sagen, Prophezeihungen, Wundern, Seltsamkeiten dieser Art.“
Ebenso erzählt Friedrich Benjamin Osiander viele Geistergeschichten anläßlich der Erscheinung der „Theorie“, um dann zu schlußfolgern: (x)
„Möchten diese treu erzählten Beispiele hie und da einen durch Erscheinungen Beunruhigten überzeugen, daß es ganz grundlos ist, sich über solche vermeinte bedeutende Erscheinungen zu ängstigen; und daß alle und jede sogenannte Geister= und Gespenstererscheinungen entweder krankhafte Phänomene unsers kränklichen Körpers und exaltirten Geistes, oder optische Täuschungen, oder eltene Naturerscheinungen, oder endlich die Wirkungen der Bosheit, des Betrugs, der Schadenfreude, des Geldgewinns, der Dieberei und anderer böser Absichten frevelhafter Menschen seyen, wovon die Ursache früher oder später an Tag kommt, deren zeitige Entdeckung aber immer eine wahre Wohlthat für die Menschheit ist, die jeder rechtliche Mensch sich daher angelegen seyn lassen sollte, als die Erzählungen von Erscheinungen, deren natürliche Ursachen er nicht anzugeben weiß, oder wohl gar absichtlich verschweigt, und die alsdann bei Leuten, wie Hr. Geh. Hofr. Jung und seines Gleichen, nur zu Bestärkung ihres Wahns dienen, und durch deren Nacherzählung sie wieder hundert andere in Irrthum und in die Finsterniß verflossener Jahrhunderte zurückführen.“ (x)
 
Walter Lauterwasser faßt (für den heutigen Leser) „eines der eigenwilligsten Dokumente der Kant-Rezeption“ (x) zusammen:
„Dieses Werk ist kein Handbuch für Spiritisten oder ein Gruselbuch für Schwärmer. Der Titel sagt es deutlich: es geht um eine Theorie und eine vernunftgemäße Darlegung eines Bereichs, der von der Aufklärung als Aberglaube abgetan wurde. Was will Jung-Stilling? Er geht aus von zwei Erkenntnisformen: Es gibt eine ‘sinnliche Vernunft’, das heißt ein Erkenntnisorgan, das auf die Sinne angewiesen ist und die Sinnenwelt zu erfassen vermag (Naturgesetze erkennen und berechnen). Darüber hinaus kommt sie nicht. Über ihr existiert eine ‘sittliche Vernunft’, die höherer Erkenntnis fähig ist. Gebunden ist sie an den ‘Aether’, von Jung-Stilling als ‘Lichtwesen’ bezeichnet, ein Phänomen, das einerseits mit Gehirn und Nerven, andererseits mit dem in der Seele liegenden göttlichen Funken in Beziehung steht. Dadurch kann es Irdisches und Übersinnliches überbrücken. Es kann Unsinnliches ‘denken’ und wahrnehmen, zum Beispiel die Geisterwelt. Deren Vorhandensein ist für Jung-Stilling durch Erfahrung und Offenbarung (‘bibelmäsig’) sichergestellt. Die Wahrnehmung der Geisterwelt geschieht in Ausnahmefällen, so in den Zuständen des tierischen Magnetismus (Mesmerismus!) und bei seelisch Kranken. Ausdrücklich wird vor Experimenten in diesem Feld gewarnt. – Für den Gedankengang ist nun folgendes wichtig: die ‘sinnliche Vernunft’ oder ‘mechanische Philosophie’ führt notwendig zum Materialismus als Weltanschauung, zu Deismus, Naturalismus und schließlich zum Atheismus als religiöser Einstellung. Weil nun die ‘sittliche Vernunft’ die Grenzen der ‘sinnlichen’ überschreiten kann, vermag sie auch deren weltanschaulich-religiöse Konsequenzen zu vermeiden. Die Erkenntnis der Geisterwelt wird zu einer ‘vernunftmäßigen’ Überwindung des Materialismus und Atheismus. Und darum geht es! Die Theorie der Geisterkunde soll den Anspruch der materialistisch-aufklärerischen Philosophie, die einzig gültige Erkenntnisform zu sein, widerlegen und die Offenbarungswahrheiten (Unsterblichkeitsglaube!) bestätigen. […] Es geht letztlich um Glaubensstärkung.“ (x)
Aus einem anderen Blickwinkel wird dies bestätigt von einem Neffen eines Jung-Stilling-Korrespondenten: (x)
„Über Jung=Stilling ‚Theorie der Geisterkunde’
Von meiner Jugend her kenne ich das Buch gut, aus einer Zeit, da es noch verboten war. Später habe ich’s nicht mehr gelesen, kann aber doch ein Bestimmtes darüber sagen. Ein aufrichtiger, wahrheitsliebender Mann war Stilling; aber eigene Erfahrungen im Gebiet des Unsichtbaren hat er nicht gemacht. Seiner Mitteilungen hat er von andern, die, was sie sagten, wollten gesehen oder gehört haben; und die viel in dergleichen wissen, sind selbst in der Regel von der unsichtbaren Welt beeinflusst, also mehr von ihr gebunden als frei von ihr dastehend. Die Quelle aber ist die unsichtbare Welt selbst, deren Persönliches uns doch ganz unbekannt ist, und das nach Belieben ihr Spiel mit uns treibt, und nur um so mehr, je begieriger wir ihr lauschen. Man nennt’s Dämonen oder Geister, d. h. abgeschiedene Menschen. Paulus redet auch von Satansengeln. Jedenfalls sind es Wesen, die unter der Obrigkeit der Finsternis stehen, ihren eigenen Willen nicht haben, ‚ohne ihren Willen’ (Röm. 8, 20) unterworfen [S. 124:] und ganz abhängig von dem, der sein Reich wider Gott und die Menschen hat im Unsichtbaren, soweit es noch nicht gestürzt ist durch den Glauben an Christum. Daß es Engel Gottes oder Christi wären, davon kann gar keine Rede sein. Wir sehen also, daß wir uns, wenn wir Unsichtbarem nahen, in einem uns feindseligen Gebiete bewegen. Nennen sich die Geister, woher wissen wir, daß sie die sind, die sie sein wollen? Gesetzt sie sind es, so sind sie unselig,von Gott in der Irre gelassen und als in ihren Sünden gestorben, noch ganz an ihre Art, wie die nun war, gebunden, die sie im Leben gehabt haben. Daneben sind sie unter der Gewalt des Satans, also zweimal gebunden und geknechtet. Somit darf man in nichts trauen, auch wenn’s dem Ansehen nach Wahres ist, ob nicht irgendwie eine Tücke der Finsternis wider die, die sich anködern lassen, verborgen ist. Gar irreführend ist’s, wenn Befreiungen, Erlösungen durch Gebet und Fürbitte sollen erfolgen; denn so plump gegeben, hebt’s die ganze christliche Lehre auf. Von der eigentlichen Situation der Geisterwelt bekommt man in keinem Fall die richtige Anschauung. Alles wird so gegeben, daß es nur wenige aufreizt, aber nicht zu Gott führt, der Seele keinen Gewinn, nur Schaden bringt. Ahnungen können eintreffen; aber weil sie nicht von oben eingegeben werden, sondern durch sogenannte Wahrsagegeister laufen, die nicht von Gott sind, will mir ihnen irgendwie ungünstig auf die Seelen gewirkt werden. Man erfährt es auch, daß ein Mensch durch sie Gott ferner, nicht näher kommt. Das Wissen der unsichtbaren Welt ist auch ein beschränktes und bezieht sich nur auf ihr Revier, in welchem sie, nicht Gott, regiert, also vieles selbst macht, was sie vorher ahnen lässt. Man kann daher durch ernstliches Beten viele Ahnungen unwirksam machen. Mein Rat ist ganz entschieden, daß man mit diesen unheimlichen Dingen sich nicht befasse, sie ungelesen lasse. Wer in die Finsternis hineinsieht, bekommt keine Wahrnehmung vom Licht. Im Licht aber allein, welches Jesus ist, kann’s uns wohl sein.
Der Nationalökonom Wilhelm Roscher vermittelt eine ambivalente Einstellung, wenn er schreibt: (x)
„Man kennt Heinrich Jung’s (1740-1817) religiöse Bedeutung. Seine ‘Geisterkunde’ ist eine wüste, sogar langweilige Theorie des Aberglaubens, aber seine ‘Scenen aus dem Geisterreiche’ enthalten zum Theil die schönsten, christlich tiefsten und psychologisch wahrscheinlichsten Phantasien über das Leben der Seele nach dem Tode.“
Der Geschichtschreiber Karl Eduard Vehse hatte schon zuvor geurteilt: (x)
„Alle Erscheinungen in der damaligen Literatur, die in die Masse der Gebildeten des Volks eindrangen, zeigen unwidersprechlich, daß man sich bemühte, diesem doppelten Verlangen des Volks entgegenzukommen, einmal dem Hang nach dem Geheimnißvollen, Wunderbaren, nach Licht und Menschenkenntniß und sadann der glühenden Sehnsucht nach Freiheit, nach Abwerfung der Fesseln kirchlicher und weltlicher Tyranney. [… alle so erschienenen Werke …] enthalten nur das, was nach jenen beiden Richtungen hin dem Bedürfnisse des innersten Gemüths der deutschen Welt entgegen kam. Weil man den Kernpunkt des Herzensbedürfnisses traf, wirkten damals jene Schriften so ungeheuer.“
So ist das Buch bis heute interessant. Davon zeugen diverse Nachdrucke nach dem Exemplar des Verlages Raw in Nürnberg, die zumeist unkommentiert erschienen. Im Zeitalter der „Neuen Informationstechnologien“ gibt es das Buch ebenso als Download bei Google und gegen eine Gebühr unter dem URL http://www.e-bookz.net/jung.html. Natürlich ist der Text in der „Bibliothek der Deutschen Literatur“ vorhanden. (x)
An den verschiedensten – und abgelegensten – Stellen finden sich Informationen zu einzelnen Bereichen dieser „Theorie“ … @
 
 
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